Wer haftet bei Umbuchung des Fluges durch den Reiseveranstalter?

Foto Auf dem Weg von Hurghada nach Frankfurt wurde eine Urlauberin umgebucht Eine Fluggesellschaft muss auch dann eine Entschädigung zahlen, wenn der Reiseveranstalter den Passagier auf einen anderen Flug umgebucht hat. So entschied das Landgericht Frankfurt (Az.: 2-24 S 29/16).

Umbuchung gilt als Beförderungsverweigerung

Eine Airline muss einem Fluggast eine Entschädigung zahlen, auch wenn der Reiseveranstalter und nicht die Fluggesellschaft den Urlauber auf einen anderen Flug umgebucht hat. Das gilt selbst dann, wenn der Reiseveranstalter dem Urlauber den Flug bereits bestätigt hat, dann aber nachträglich eine Flugdatenänderung vornimmt. Eine Umbuchung auf einen anderen Flug ist jedoch eine Beförderungsverweigerung, so dass die Airline eine Ausgleichszahlung an die Reisenden leisten muss.

Am Landgericht Frankfurt wurde folgender Fall verhandelt: Die Klägerin wollte von Hurghada nach Frankfurt fliegen. Der Veranstalter, an den die Maschine voll verchartert war, buchte die Urlauberin jedoch wegen „saisonaler Gründe“ auf einen anderen Flug um. Ihr ursprünglicher Flug flog trotzdem zurück nach Deutschland – allerdings ohne die Klägerin mitzunehmen. Daraufhin wollte die Urlauberin wegen der Beförderungsverweigerung eine Entschädigung von der Airline haben. Diese sah sich jedoch nicht in der Haftung und verwies die Klägerin mit dem Hinweis an den Reiseveranstalter, sie möge dort ihre Ansprüche auf Gewährleistung stellen.

Das Landgericht Frankfurt (Az.: 2-24 S 29/16) hat jedoch zugunsten der Urlauberin entschieden. Für die Richter war es entscheidend, dass eine bestätigte Buchung vorlag und es keine Rolle spiele, ob die Airline selbst oder der Reiseveranstalter die Beförderungsverweigerung ausgesprochen hat.

Deshalb müsse die Fluggesellschaft haften und die Entschädigung auch dann zahlen, wenn sie auf die Entscheidung des Reiseveranstalters zur Umbuchung gar keinen Einfluss nehmen konnte.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Flugrecht | 0 Kommentare