Urteil: Wird eine Verspätung wegen Notfallübung am Flughafen entschädigt?

Foto Verspätet sich der Urlaubsflug wegen einer Notfallübung, wird der Passagier nicht entschädigtWenn ein Flughafen wegen einer Notfallübung geschlossen wird, und sich deshalb ein Flug erheblich verspätet, handelt es sich um einen außergewöhnlichen Umstand. Wie es in diesem Fall mit der Entschädigung durch die Airline aussieht, erfahren Sie hier.

Notfallübung: Verantwortung liegt nicht bei der beklagten Airline

Eine Notfallübung am Flughafen, die für eine erhebliche Flugverspätung sorgt, ist ein außergewöhnlicher Umstand und die betroffenen Passagiere haben kein Recht auf eine Entschädigung durch die Fluggesellschaft. Das entschied das Amtsgericht Rüsselsheim (Az.: 3 C 4758/14 (34)).

Das Amtsgericht Rüsselsheim hatte über folgenden Fall zu entscheiden: Der Flughafen Hurghada in Ägypten war gesperrt worden und der Kläger, der am Stuttgarter Airport losfliegen wollte, erreichte sein Flugziel am Roten Meer deswegen erst mit mehr als siebenstündiger Verspätung. Er verlangte daraufhin von der Fluggesellschaft eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht – doch die Airline wollte nicht zahlen.

Völlig zu Recht, wie das Rüsselsheimer Amtsgericht entschied. Nach Ansicht der Richter falle die Sperrung des ägyptischen Flughafens nicht in den Verantwortungsbereich der Fluglinie. Zudem seien seitens der Airline alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden, um die Verspätung zu verhindern. Selbst eine Ausnahmegenehmigung für den Flughafen Kairo war nicht zu bekommen.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Flugrecht | 0 Kommentare