Urteil des Europäischen Gerichtshofs gewährt Anspruch auf Entschädigung bei Flugannullierung

Der Europäische Gerichtshof entschied am 22. Dezember 2008, dass Fluggäste grundsätzlich einen Anspruch auf Entschädigung haben, wenn die Maschine nicht startet. Die Ausgleichszahlung greift nur dann, wenn keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen, welche die Fluggesellschaft durch regelmäßige Wartung nicht hätte vorhersehen oder verhindern können.

Sollte sich die Gesellschaft jedoch auf derartige Umstände berufen, dann muss sie nachweisen, dass sich die Flugannullierung selbst unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel nicht hätte abwenden lassen.

Geklagt hatte eine Österreicherin, deren Flug von Wien nach Rom fünf Minuten vor dem Abflug annulliert worden war. Sie forderte eine Ausgleichszahlung von 250 Euro. Die Fluggesellschaft hatte im Gegenzug außergewöhnliche Umstände geltend machen wollen.

Die obersten Richter des Europäischen Gerichtshof gaben der Klägerin Recht. Bei technischen Schwierigkeiten und Defekten, die durch mangelnde Wartung entstehen, liegen keine außergewöhnlichen Umstände vor und können daher auch nicht geltend gemacht werden.

Vorgenannte außergewöhnliche Umstände liegen beispielsweise dann vor, wenn ein Flugzeughersteller eine Rückrufaktion startet oder Schäden durch Terror oder Sabotage auftreten.

© Europäischer Gerichtshof

geschrieben von: Co-Pilotin | Flugrecht | 8 Kommentare