Flugrecht: Katze sorgt für Flugverspätung

Eine Frau hat ihre Katze an Bord geschmuggelt und wird nach der Entdeckung ihres Lieblings gewalttätig – die Maschine muss zwischenlanden, der Flug verspätet sich massiv. Muss die Airline für die Flugverspätung zahlen?

Katze sorgt für 24-stündige Verspätung

Eine Katzenbesitzerin nimmt unbemerkt ihre Miez mit an Bord eines Fluges. Als das Tier zufällig entdeckt und in einen Waschraum gesperrt werden soll, wird die Frau gewalttätig – sie schlägt gegen die Tür, widersetzt sich dem Kabinenpersonal und droht mit „Kontakten zur Mafia“ und mit „terroristischen Absichten“, wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ berichtet. Die Katzenbesitzerin wehrt sich so sehr, dass der Pilot in Denver zwischenlanden muss und sich der Flug von Las Vegas nach Frankfurt massiv verspätet. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“. Muss die Airline für die 24-stündige Flugverspätung einen Ausgleich zahlen?

Gewalttätige Katzenbesitzerin an Bord ist ein außergewöhnlicher Umstand

Ein Passagier hat wegen der langen Verzögerung gegen die Airline geklagt und eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht verlangt. Das Amtsgericht Frankfurt (Az.: 31 C 397/16 (17)) hat den Zwischenfall über den Wolken jedoch als außergewöhnlichen Umstand gewertet, so dass die Airline von ihrer Zahlungspflicht befreit ist.

Zwar könne der Fluggesellschaft vorgeworfen werden, dass die Frau ihre Katze gar nicht erst mit an Bord bringen dürfen, so die Richter. Ihrer Ansicht nach habe der außergewöhnliche Umstand darin bestanden, dass sich die Frau den Anweisungen der Crew widersetzt habe und sogar gewalttätig geworden sei. Die Zwischenlandung sei daher völlig gerechtfertigt gewesen, weil Sicherheit an Bord vorgehe, so das Gericht. Zudem sei Verwahrung der Katze im Waschraum eine zumutbare Maßnahme gewesen.

Video: Wer mit seinem Haustier fliegen will, sollte einiges beachten

Quelle: YouTube / StuttgartAirport

Tags: , , , ,

geschrieben von: Co-Pilotin | Flugrecht | 0 Kommentare