Rettungsplan für den Flughafen Nürnberg

Bild Finanzsspritze für FlughafenDer erdrückende Schuldenberg am Flughafen Nürnberg ist bis 2013 auf 124 Millionen Euro angewachsen. Nun wollen die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern zum Befreiungsschlag ansetzen. Der Plan ist vorbildlich, doch auch hier gibt es ohne weitere Opfer keine Chance.

Viele deutsche Regionalflughäfen machen Verlust, doch insbesondere im Süden des Landes hat das bisher auffällig wenig Sorgen bereitet. Die meisten bayerischen Flughäfen fürchten keine Pleite. Auch am Flughafen Nürnberg zeigte man sich zuletzt voller Optimismus, obwohl die Passagierzahlen weiter fallen und der Geschäftsbericht seit Jahren ein verlässliches Minus von zwei bis acht Millionen Euro vorweist. Damit der Flugbetrieb dennoch steigen kann, wollen nun Stadt und Land finanzielle Schützenhilfe leisten.

Schuldenerlass für den Flughafen Nürnberg

Die Stadt Nürnberg sowie der Freistaat Bayern als Anteilseigner des von der Flughafen Nürnberg GmbH betriebenen Airports wollen gemeinsam 20 Millionen Euro des Schuldenberges übernehmen. Diese Summe entspräche dem Verlust, welcher seit 2008 am Flughafen entstanden sei, berichten die Nürnberger Nachrichten. Eigens für diesen Schuldentransfer soll eine neue Finanzgesellschaft gegründet werden, für welche Freistaat und Stadt bürgen wollen. Die Flughafen Nürnberg GmbH wäre im Gegenzug nur noch für das operative Flughafengeschäft zuständig. Der Clou dieser Strategie: Die Wettbewerbshüter der EU dürften nichts zu beanstanden haben, da öffentliche Gelder nur indirekt an den Flughafen fließen. Andernfalls, bei einer Insolvenz des Airports, würde der Steuerzahler direkt zur Kasse gebeten werden.

Nötige Opfer am Airport Nürnberg

Der Rettungsplan der aufgrund seiner rechtlichen Umwege unter Regionalflughäfen durchaus Schule machen könnte, sieht neben dem Steuerzahler aber auch andere Opfer vor, ohne die eine Rettung nicht möglich sei. Die Betreibergesellschaft des Flughafen Nürnbergs setzt daher weitere „Zugeständnisse“ der Angestellten voraus. Denkbar wären noch schärfere Lohneinbußen oder sogar Entlassungen. Diese „sozialverträgliche Streichung“ von Arbeitsplätzen sei aufgrund sinkender Passagierzahlen kaum vermeidbar, heißt es aus Flughafen-Kreisen, da Lohnkürzungen keine dauerhafte Lösung darstellen.

Flughafen Nürnberg droht dennoch die Schuldenfalle

Bei derartigen Äußerungen der Flughafenbetreiber sind Stellenstreichungen bereits als sehr wahrscheinlich anzusehen. Zudem ist zu bedenken, dass die finanzielle Situation des Flughafen Nürnbergs längst noch nicht ihren Tiefpunkt erreicht hat. Erstens sind 20 Millionen Euro Hilfe von Stadt und Land nur ein Bruchteil des nötigen Geldes und zweitens erwachsen die Schulden aus laufenden Krediten, deren Zinsen erfolgsabhängig sind. Weil der Flughafen Nürnberg seine Unternehmensziele bei sinkenden Passagierzahlen aber erneut verfehlen wird, steigt die Zinslast weiter. Konkret geht es um Darlehen zur Expansion innerhalb der letzten 20 Jahre. Die Zeit wird nun zeigen, ob der Flughafen Nürnberg gerettet werden kann oder doch noch wie der Flughafen Lübeck Insolvenz anmelden muss.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Flughafen Infos | 0 Kommentare