Mehdorn schätzt eigenen Rücktritt als unmöglich ein

Bild Hartmut Mehdorn (c) Wikimedia Commons

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Wir befinden uns im Jahre 2014 n. Chr. Über ganz Europa brummen Flugzeuge. Ganz Europa? Nein! Ein vom unbeugsamen Hartmut Mehdorn betreuter Berliner Flughafen wird nicht aufhören, der Mobilität Widerstand zu leisten…

Wie der Flughafenchef des Airports Berlin-Brandenburg (BER) gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg sagt, wird er auch mit 71 Jahren nicht an einen Rücktritt denken. Hartmut Mehdorn, geboren am 31. Juli 1942 in Warschau, sagte konkret: „Die Frage übersprüngen wir, weil das nie stattfindet.“ Der hartnäckige Industriemanager betonte entschlossen, das Projekt BER zu Ende führen zu wollen.

Weiterhin drastische Baumängel am BER

Dass Mehdorn so noch eine ganze Weile in Berlin beschäftigt sein wird, ist offensichtlich. Er selbst informiert, dass die unverzichtbare „Entrauchung“ und Entlüftung in einem „neuen Gebäude“ des Flughafens Berlin-Brandenburg immer noch nicht eingebaut sei. Nachfragen zur Fertigstellung und zu dem, was eigentlich tagtäglich auf Berlins berühmtester Baustelle passiert, entgegnet Mehdorn beharrlich, man komme voran, „Schritt für Schritt“, aber an vielen Punkten „nicht so schnell, wie wir das wollen.“

Mehdorn kündigt Eröffnungstermin an

Einer Sensation gleicht hingegen die Ankündigung Mehdorns, dass „demnächst“ ein Eröffnungstermin für den BER genannt werden soll. Nach letztem Stand stellte der Flughafenchef eine erneute Verzögerung der BER-Eröffnung bis 2016 in Aussicht. Sollte sich dies bestätigen, wäre es die vierte offizielle Verschiebung des Eröffnungstermins. Jeden Tag, um den sich die Eröffnung verzögert, kostet mindestens eine Million Steuergelder.

Mehdorn dementiert Kostenexplosion

Den Vorwürfen, der Bau des Flughafens Berlin-Brandenburg sei von einer Kostenexplosion begleitet, entgegnet Mehdorn im Interview konsequent. Nach seiner Ansicht sind die Kosten nicht explodiert, sondern der BER habe sich auf das Doppelte vergrößert, als es ursprünglich geplant war. Steuergelder würden weder vermasselt, noch verschleudert werden, beteuert er.

Schallschutz für alle ist versprochen

Ein weiteres heißes Eisen ist nach wie vor der Schallschutz. Hier versprach der Flughafenchef, allen Anwohnern der 25.000 berechtigten Haushalte kommt der Schallschutz zu. Es werden „alle mit Schallschutz versorgt“, noch bevor der Flughafen Berlin-Brandenburg in Betrieb gehen wird. Sechs Monate nachdem der BER eröffnet ist, soll zudem Berlin-Tegel geschlossen werden. Vor einigen Wochen noch plädierte Mehdorn für einen Erhalt von Berlin-Tegel. Aufgrund starker Kritik, lenkt er nun offenbar ein und will den nach Kapazität derzeit größten Airport Berlins schließen.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Flughafen Infos | 1 Kommentar