Mallorca: Flughafen Son Sant Joan am Limit?

Foto Flüge nach Palma de Mallorca brngen den Aeropuerto de Son San Juan an seine GrenzenDer Flughafen Palma de Mallorca ist der drittgrößte in Spanien, das Passagieraufkommen am Aeropuerto de Son San Juan wächst stetig. Ist jetzt die Belastungsgrenze erreicht?

Fluglotsen auf Mallorca warnen

Der Aeropuerto de Son Sant Joan hat am vergangenen Samstag mit 1.054 Flügen seinen eigenen und zugleich auch den spanischen Rekord zum zweiten Mal innerhalb einer Woche gebrochen. Am Wochenende zuvor waren innerhalb von 24 Stunden 1.036 Flüge abgefertigt worden. An demselben Tag starteten und landeten in ganz Spanien etwa 6.600 Flugzeuge. An „normalen“ Tagen führen die Fluglotsen am Flughafen Mallorca täglich etwa 66 Operationen pro Stunde durch, doch an den Wochenenden in diesem Sommer droht der Flughafen der größten Balearen-Insel aus allen Nähten zu platzen: Mehr als 100 Operationen pro Stunde werden getätigt. Das meldet die Mallorca-Zeitung.

Demnach werden die Fluglotsen am Flughafen Palma de Mallorca in diesem Jahr zwischen März und Oktober 150.970 Flüge kontrollieren, das sind durchschnittlich 714 Überwachungen täglich. Bis zum Saison-Ende werden schätzungsweise 26,4 Millionen Passagiere den Flughafen der Lieblings-Insel der Deutschen genutzt haben. Zum Vergleich: Auf Malloca lebt weniger als eine Million Menschen. In Anbetracht der Beliebtheit der spanischen Insel steht zu befürchten, dass der Airport Son Sant Joan seine Kapazitäten auf Dauer übersteigt: Viele Touristen entschlossen sich wegen der Terrorgefahr in vielen europäischen Urlaubsregionen kurzfristig für einen Trip nach Mallorca und einige Fluggesellschaften, darunter Air Berlin, stocken ihr Angebot an Mallorca-Flügen käftig auf.

Mallorca-Abgabe und Geldbußen schrecken die Touristen nicht ab

Der Rekordansturm von Urlaubern hilft der Urlaubsinsel auch im Kampf gegen den „Sauftourismus“. Es gebe mittlerweile so viele Besucher, dass man wählerisch sein könne. „Touristen, die sich eine Woche lang betrinken wollen, brauchen wir nicht“, sagte José Hila, Bürgermeister der Inselhauptstadt Palma gegenüber der „Mallorca Zeitung“. Bereits im März hatte Palma einzelne Abschnitte der Playa zu Interventionszonen erklärt; hier sind Saufgelage verboten. Am „Ballermann“ ist seit Ende Mai Trinken und Grölen auf der Straße untersagt. Wer sich darüber hinwegsetzt, muss mit Geldbußen von 1.500 bis 3.000 Euro rechnen.

Seit 1. Juli 2016 zahlen Balearen-Urlauber auch die umstrittene Touristensteuer in Höhe von bis zu zwei Euro pro Person und Nacht plus zehn Prozent Mehrwertsteuer. Bisher zahlen nahezu alle Urlauber anstandslos die neue Abgabe und lassen sich auch durch die finanzielle Mehrbelastung nicht von einem Urlaub auf Mallorca abbringen. Die Einnahmen sollen in Projekte fließen, die die Folgen des Tourismus für Natur und Umwelt ausgleichen.

Die Touristensteuer beträgt zwischen 0,50 und 2 Euro und hängt von der Art der Unterkunft ab. In der Nebensaison wird der Betrag halbiert. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren sind von der Abgabe komplett befreit.

Video: Auch die Crews der Mallorca-Flüge sind an der Belastungsgrenze

Quelle: YouTube / DokusHD

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geschrieben von: Flugbegleiter | Die Flugwelt A - Z, Flughafen Infos | 0 Kommentare