Hartmut Mehdorn riskiert neue Skandalwelle um BER

Bild BER vor neuer KostenexplosionFlughafenchef Hartmut Mehdorn schlägt mit weiteren Enttäuschungen zum Berliner Hauptstadtflughafen BER hohe Wellen. Mehdorn bestätigt erstens die Befürchtungen, dass der Airport mehr Geld benötige und will zweitens die Bekanntgabe eines Eröffnungstermins noch bis Jahresende aussitzen. Derweil spart er nicht an Kritik.

Immerhin: Es gibt einen wagen Termin zur Bekanntgabe des Eröffnungstermins für den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg. Noch vor wenigen Tagen gab es keine Aussicht, auf eine Bekanntgabe, da reflektiert Hartmut Mehdorn vor dem Untersuchungsausschuss nun, man sei soweit, zum Jahresende recht präzise sagen zu können, wann die Inbetriebnahme möglich sei. Im Gegenzug stellt Mehdorn aber auch klar, der Flughafen, der eigentlich schon 2011 in Betrieb gehen sollte, braucht deutlich mehr Geld, um sein Ziel zu erreichen.

BER steht vor erneuter Kostenexplosion

Allein die Ausgaben für den Lärmschutz werden sich laut Mehdorn von ursprünglich 139 Millionen auf etwa 730 Millionen Euro vervielfachen. Mehdorn wirft den Behörden bezüglich des Lärmschzutzes „Schikane“ vor. Die betroffenen Anwohner erhielten nun den „weltbesten Schallschutz“.

Hauptstadtflughafen hat 35.000 kritische Mängel

Was es insgesamt kosten wird, den untauglichen Flughafen fertigzustellen, will Mehdorn aber erst am 11. April gegenüber dem Aufsichtsrat ansprechen. Wegen „Pfusch am Bau“, wie Mehdorn kritisiert, seien nach neustem Stand etwa 150.000 Mängel zu beseitigen; 35.000 davon seien „kritisch“. Seit Baubeginn sind kaum mehr als vier Prozent des neuen Hauptstadtflughafens fertig zur finalen Abnahme.

Kostenexplosion auf 8 Mrd. Euro befürchtet

Erheblichstes Problem sei aber wie seit Anbeginn der Dauerbaustelle die Brandschutzanlage. Insider der Landesregierung Brandenburg schätzen inzwischen, dass die Kosten für den Hauptstadtflughafen auf über acht Milliarden Euro steigen werden; exklusive den Schadensersatzleistungen an verprellte Airlines. Der inzwischen gealterte Kostenplan sah ursprünglich Baukosten in einer Gesamthöhe von 4,3 Milliarden Euro vor. Aber: „Dieses Geld werden wir zum Jahresende aufgebraucht haben.“ Dass sich nun neue Wut entfesselt, sieht der unbeugsame Flughafenchef Mehdorn gelassen: „Der Flughafen ist der Dödel der Nation, das wissen wir ja…“.

Abriss oder Neubau im Gespräch

Inzwischen ist der Hauptstadtflughafen ein scheinbar endloses Fiasko. Wer hat sich noch nicht gefragt, ob er jemals fertig wird? Aber selbst wenn die Eröffnung in den nächsten Jahren möglich sein sollte, stieße der BER inzwischen sofort an seine Kapazitätsgrenze von 27 Millionen Passagieren. Längst sind erste Stimmen laut geworden, die einen gänzlichen Neubau fordern oder einen Abriss zur Diskussion bringen. Von den am BER beteiligten Personen möchte sich allerdings niemand äußern. Man fürchtet um den Job. Verkehrsexperte Jens Koeppen von der CDU-Bundestagsfraktion kann die Forderung aber wagen, ein Neubau dürfe kein Tabu sein. Seiner Meinung nach sei ein erfolgreicher Umbau unwahrscheinlich. Zwei Alternativen stünden den Verantwortlichen angesichts der Kostenexplosion, der unlösbaren Mängel und der ungenügenden Kapazität noch offen: Den BER entkernen und nur die Außenwände stehen lassen oder ein kompletter Neubau. Allerdings hat auch Hartmut Mehdorn noch ein Ass im Ärmel.

Teileröffnung des BER ermöglicht Kostentrick

Hartmut Mehdorn könnte, um die eigentlichen Kosten des längst auch international belächelten Hauptstadtflughafens zu verschleiern, jetzt trotz Baumängel eine zeitige Eröffnung anstreben. Anfallende Bauarbeiten müssten dann zwar während des laufenden Betriebs wahrgenommen werden, Teilbereiche gesperrt und geschlossen werden; aber die unwirkliche Eröffnung hätte zur Folge, das anfallende Mehrkosten als Betriebskosten abgerechnet werden können. Von der eigentlichen Bilanz zu den Baukosten des Flughafens Berlin-Brandenburg, wären die Zahlen ausgeschlossen. Welche Unsummen der Pfusch am BER nachträglich noch verschlingt, wäre dann weniger durchsichtig.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Flughafen Infos | 0 Kommentare