Flughafen Zweibrücken kurz vor dem Aus

Heute gehen beim hoch verschuldeten Flughafen Zweibrücken vorerst die Lichter aus. Findet der Airport in letzter Sekunde ein paar Investoren, könnte es, laut Insolvenzverwalter, noch Hoffnung geben.

Seit Ende Juli steckt der Flughafen Zweibrücken nun im Insolvenzverfahren. Wegen fehlender Investoren muss er nun „Winterruhe“ machen. Grund für die Verschuldung ist die Rückzahlung von 47 Millionen Euro an die EU. Unrechtmäßig geleistete Subventionen sind Ursache der Forderung. Nach einer EU-Leitlinie dürfen keine Staatsbeihilfen an Flughäfen geleistet werden, in deren Umkreis von 100 Kilometern sich ein weiterer Flughafen befindet. Nur etwa 40 Kilometer ist der Airport in Saarbrücken entfernt. Erstmals steht ein deutscher Flughafen aus diesem Grund kurz vor dem Aus, so heißt es von Seiten des Flughafenverbandes ADV.

Bei einer Pleite sind 240 Arbeitsplätze betroffen

Da keine finanziellen Mittel mehr zur Verfügung stehen, mussten die Beschäftigten des Flughafens Zweibrücken nun freigestellt werden. Ob sie zurückkommen können, ist unklar: Die potenziellen Investoren äußerten bisher ganz unterschiedliche Vorstellungen der Nutzung, von der Weiterführung bis zur Stilllegung und anschließender anderweitiger Verwendung des Geländes. Auch deshalb wurde die Entscheidung der vorläufigen Betriebseinstellung in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat getroffen. Nur durch eine Finanzspritze von TUIfly konnte dies überhaupt bis Anfang November herausgezögert werden. Sollte es doch zu einer Pleite des Airports kommen, sind etwa 240 Stellen betroffen. Davon sind 120 Angestellte direkt beim Flughafen beschäftigt, alle weiteren bei externen Dienstleistern. Bereits vor Kurzem kam es schon zu Kündigungen im Sicherheitsbereich des Zweibrückener Airports.

Auch andere Flughäfen müssen Rückzahlungen an die EU leisten

Das EU-Verfahren wird nicht allein gegen Zweibrücken angestrengt, auch andere Flughäfen müssen Rückzahlungen leisten, so z.B. Lübeck-Blankensee (Deutschland) oder Klagenfurt (Österreich). Neben den unrechtmäßigen staatlichen Zuschüssen wird in Zweibrücken zudem gegen verringerte Flughafengebühren, durch die bestimmte Airlines einen Wettbewerbsvorteil erhalten haben sollen, vorgegangen. Zu den Top-Zielen des Flughafens zählen vor allem Urlaubsorte im Mittelmeer, auf den Balearen oder griechischen Inseln sowie der Türkei. Aber auch beliebte Reiseziele auf den Kanaren werden vorerst nur noch bis zum 4. November von den vertretenen Fluggesellschaften TUIfly, Pegaus, Freebird, Tailwind und Tunisair angesteuert.

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geschrieben von: Flugbegleiter | Flughafen Infos | 0 Kommentare