Flughafen-Busfahrer als Kokain-Schmuggler

Foto Am Flughafen Frankfurt wollten drei Busfahrer Kokain schmuggelnDrei ehemalige Busfahrer des Frankfurter Flughafens haben ihre Zugangsberechtigung zum Airport missbraucht, um Kokain zu schmuggeln. Sie hatten Kokain als Crew-Gepäck getarnt und sind dafür vom Landgericht Frankfurt zu Haftstrafen verurteilt worden.

Kokain-Schmuggel lief nicht wie geplant

Kokain-Schmuggel im großen Stil wird drei ehemaligen Mitarbeitern des Frankfurter Flughafens zur Last gelegt. Zwei Busfahrer und der für die Einteilung zuständige Teamleiter mussten sich deshalb vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. Die zwischen 39 und 51 Jahre alten Männer sollen ermöglicht haben, dass im Februar und im Juni 2016 zwei große Koffer mit insgesamt etwa zwölf Kilogramm Kokain am Frankfurter Airport ankamen. Die Gepäckstücke wurden in der Dominikanischen Republik und Jamaika abgeschickt und als „Crew-Gepäck“ mit roten Banderolen gekennzeichnet. Das Gepäck der Flugzeugbesatzungen wird generell keiner Kontrolle unterzogen. Ein vierter Angeklagter war der Kontaktmann zu den karibischen Hintermännern und hat in den Niederlanden, wo das Rauschgift hingeschmuggelt werden sollte, die Organisation vor Ort übernommen.

Doch wie so oft lief es am Ende anders als geplant: Einer der angeklagten Busfahrer hat beim Ausladen des Gepäcks aus dem Bus im Februar 2016 den Überblick verloren und den Koffer mit dem roten Aufkleber gekennzeichneten Koffer nicht wiedergefunden. Das Gepäckstück mit dem brisanten Inhalt kam schließlich als „herrenlos“ am Flughafen Frankfurt in Verwahrung. Als im Juni vergangenen Jahres ein zweiter Koffer ankam, hatte die Polizei vermutlich schon Kenntnisse, denn plötzlich saß ein ganz anderer – nicht eingeweihter – Busfahrer am Steuer des Crewbusses, als derjenige, der vom mitangeklagten Teamleiter eingeteilt worden war. Dieser wiederum weigerte sich, den Kokain-Koffer an einen der Mitangeklagten zu übergeben. Stattdessen klickten kurz darauf die Handschellen der Polizei, und die Täter wurden in Untersuchungshaft genommen.

Kokain-Schmuggel: Geständnis sorgt für relativ milde Haftstrafen

Weil sie ihre Zugangsberechtigung zum Airport zum Kokain-Schmuggel missbraucht haben, sind die drei ehemaligen Busfahrer am Frankfurter Flughafen zu Haftstrafen von jeweils fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Zudem verhängte das Landgericht Frankfurt gegen den vierten Angeklagten vier Jahre und drei Monate Haft wegen Beihilfe. Nach Ansicht der Richter hatte er Informationen zu beiden Kokain-Lieferungen weitergegeben.

Vor dem Landgericht in Frankfurt legten die Angeklagten umfassende Geständnisse ab und bekamen deshalb in dieser Woche von der Strafkammer relativ milde Strafen. Als Motive für ihre Tat hatten zwei der Angeklagten finanzielle Schwierigkeiten bzw. die eigene Kokain-Abhängigkeit genannt.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Die Flugwelt A - Z, Flughafen Infos | 0 Kommentare