Flughäfen Berlin: Warum Lärmschutzauflagen Krach verursachen

Fluglärm BerlinÜberall auf der Welt gibt es die verrücktesten Dinge, aber besonders häufen sie sich in Berlin. Hier gibt es nicht nur teure Fahnenmasten und einen Flughafen, an dem seit zehn Jahren gebaut wird, sondern auch Schildbürgerstreiche in Sachen Lärmschutz.

Die gesundheitlichen Folgen von Fluglärm sind beängstigend. Auf Dauer schwächt der Stress das Immunsystem, begünstigt Herz-Kreislauferkrankungen sowie psychische Krankheitsbilder, wie Tinnitus oder Phonophobie. In Berlin ist man mit dem Problem nun recht paradox umgegangen. Hier gint es schon lange Ärger mit dem Lärmschutz.

Bürokratischer Schildbürgerstreich in Tegel

Die Anwohner des Berliner Flughafens Berlin Tegel werden durch ein Nachtflugverbot vor Lärm geschützt, das ab 23 Uhr gilt. Dann dürfen Flugzeuge nicht mehr in Berlin Tegel landen. Allerdings standen in der Nacht zu Montag noch drei Landungen aus. So hat beispielsweise Germanwings mit einer Maschine aus Dubrovnik zur Landung auf Berlin Tegel angesetzt, erhielt dann aber wegen Nachtflugverbot keine Landeerlaubnis mehr. Hierfür wäre eine Ausnahmegenehmigung nötig gewesen. Die Maschine von Germanwings musste nun also voll durchstarten, um die Anwohner vor Lärm durch eine Landung zu schützen. Zum Leidwesen aller Anwohner, ist der Lärm einer durchstartenden Maschine aber erst recht ohrenbetäubend.

Sinnlose Umleitung nach Berlin-Schönefeld

Der Flug von Germanwings aus Dubrovnik wurde von Tegel nach Schönefeld umgeleitet, wo eine nächtliche Landung unproblematischer ist. Insgesamt sind Sonntagnacht drei Maschinen von Germanwings nach Schönefeld umgeleitet worden, da die zulässige Landezeit um vier, neun und dreizehn Minuten überschritten wurde. Im Fall der Maschine aus Dubrovnik lag die Verspätung an einem Gewitter. Statt um 20:20 Uhr konnte Germanwings Dubrovnik erst um 22:20 Uhr verlassen. Warum die Maschine trotz absehbarer Verspätung Tegel statt Schönefeld anflog, konnte Germanwings bislang nicht erklären. Die Anwohner werden sich aber trotzdem geärgert haben. Sie haben es im Moment ohnehin nicht einfach: Insgesamt hat es im Juni 126 Starts und Landungen zwischen 23:00 und 23:59 Uhr gegeben. Im Vormonat waren es 93. Im Februar nur sieben Störungen. Die Lärmspitze im Juni hängt aber auch mit den Anschlägen auf dem Flughafen Brüssel und den folgenden Flugumleitungen zusammen. – Zum künftigen Verhalten in Berlin Tegel, wenn es zur Landung keine Ausnahmegenehmigung gibt, sollen nochmals Gespräche folgen.

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geschrieben von: Flugbegleiter | Flughafen Infos | 0 Kommentare