Afrikanischer Charme trifft auf europäischen Komfort – in kaum einer anderen Stadt in Südafrika hat sich in den letzten Jahren ein derartig großer Wandel vollzogen, wie in Johannesburg, einer Stadt, die sich buchstäblich aus dem Nichts entwickelte.
Nachdem der Australier George Harrison 1886 hier eine schier unerschöpfliche Goldader entdeckt hat, ist die mit 3,2 Millionen Einwohnern größte Stadt Südafrikas zum Sinnbild für Aufstieg, Wandel und Wohlstand geworden. Steigen Sie ein und fliegen Sie mit dem nagelneuen Lufthansa-A380 in die „Stadt des Goldes”, wie Johannesburg wegen seiner vielen Minen auch genannt wird, und entdecken Sie diese faszinierende Metropole. Die fußballverrückteste Stadt Südafrikas besticht zudem durch ein reichhaltiges Kulturangebot, und zahlreiche Sehenswürdigkeiten warten darauf, von Ihnen erkundet zu werden.
Eine Fahrt mit den Rea-Vaya-Bussen kann so ganz nebenbei zur Sightseeing-Tour werden. Von Soweto bis Ellis Park führt die Route – von einem der beiden WM-Stadien zum anderen. Johannesburg ist der einzige WM-Austragungsort, der gleich mit zwei Stadien aufwarten kann: Das Ellis-Park-Stadion wurde ursprünglich als Rugbystadion gebaut. Das Eröffnungsspiel und das Finale der FIFA WM 2010 werden im spektakulären Soccer-City-Stadion am Rande Sowetos stattfinden. Es ist das Herzstück des Fußballfestes und ähnelt einem afrikanischen Tontopf. Deutschland wird hier am 23. Juni gegen Ghana auflaufen. In Soccer City fand auch 1990 Nelson Mandelas erste Massenkundgebung nach seiner Freilassung statt.
Johannesburg ist nicht nur eine Stadt des Aufbruchs, sondern auch des Erinnerns. Wohl nirgends sonst in Südafrika ist das Grauen der Apartheid in so eindringlicher Weise aufgearbeitet worden, wie in Johannesburgs Apartheid-Museum und auf dem Constitution Hill. Der Hügel im Stadtzentrum ist nicht nur der Sitz des Verfassungsgerichts.
Dort steht auch das berüchtigte Old Fort Prison, wo auch Mahatma Gandhi und Nelson Mandela eingekerkert waren. Es war ein symbolischer Akt, die einstige Stätte von Unrechtsjustiz und Brutalität zum Sitz des Verfassungsgerichts zu machen.
Doch irgendwie sind die unterschiedlichen Seiten Johannesburgs inzwischen zusammengewachsen, und Menschen aller Hautfarben sind überall präsent. Sinnbild für die trendige, schrille Metropole ist der Stadtteil Sandton mit dem Nelson Mandela Square. Eine sechs Meter hohe Bronze-Skulptur der südafrikanischen Freiheitsikone ziert den riesigen Innenhof dieses Konsum-Tempels. Hier finden Sie von teuren Designern bis zu billigen Warenhausketten alles, was das Herz des Shopping-Fans höher schlagen lässt. Im östlichen Stadtzentrum ist die Main Street mit ihren zahlreichen Galerien und Kunstläden zum Sinnbild des Aufstiegs von Johannesburg geworden. „Stanley 44” im Stadtteil Milpark ist ebenfalls ein Beispiel für die unbändige Kraft, die Johannesburgs Gesicht verändert: Eine Mischung aus Kunst, Gourmet, Mode, Schmuck und Schnickschnack wird in den restaurierten Industriebauten aus den dreißiger Jahren angeboten. Fast familiär geht es dagegen in Melville zu.
In den Straßencafés und Kneipen trefft man sich gern auf ein Feierabend-Bier, und Secondhand-Läden, Designershops, Buchhandlungen sowie Antiquitätenhändler laden zum Stöbern ein. Ein ganz usprüngliches Vergnügen ist ein Bummel durch die Gassen rund um den Joubert-Platz: Hier gibt’s mitten im Stadtzentrum pralles afrikanisches Leben. An den Ständen der kleinen Händler gibt es nahezu alles: Obst, Gemüse, Kleidung, Kräuter … Einen Blick vom Carlton Center in der Commission Street sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Im 50. Stock des höchsten Gebäudes Afrikas befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus man neben dem Stadtzentrum auch die stillgelegten Minen im Süden bewundern kann. In Richtung Norden sieht man die Viertel der Weißen.
Der Market Theater Komplex umfasst das Museum Africa, das South African Breweries Museum sowie das Workers Museum und bildet zusammen mit drei Theatern und zwei Kunstgalerien das wichtigste Kulturzentrum Johannesburgs. Stock Exchange und Diamond Building stellen einen guten Kontrast zur traditionellen afrikanischen Architektur dar. Das Diamond Building in Form eines Diamanten erinnert an die macht und den Reichtum, der durch die Diamantindustrie ins Land kam. Gold Reef City, der Vergnügungspark im südlichen Johannesburg, steht auf der ehemals tiefsten Mine im Stadtgebiet von Johannesburg. Neben viel Trubel kann man hier auch die Einfahrt in eine ehemalige Goldmine erleben.
Vor den Toren von Jo’burg bieten bekannte Nationalparks die Möglichkeit, eine Vielzahl afrikanischer Wildtiere aus der Nähe zu beobachten. Sehenswert sind vor allem der Pilanesberg National Park, der
sich über einen ehemaligen Vulkankrater erstreckt, und natürlich der berühmte Kruger National Park, eins der ältesten Naturreservate Afrikas.
Auch kulinarisch dürfen Sie in der faszinierenden Metropole einiges erwarten: Um die Straußen-Steaks kommt wohl keiner herum. Etwas edleren Wildgeschmack verheißen dagegen die Antilopenarten, deren Fleisch oft auf den Teller kommt. Auch Krokodil – als Rippchen oder Filet – steht auf der Speisekarte. Natürlich wird dazu ein Glas südafrikanischer Rotwein kredenzt, der inzwischen selbst ausgewiesene Weinkenner überzeugt. Zu fast allen Gerichten wird Pap, ein Maisbrei, gereicht. Als „kulinarisches Erbe” gibts aber auch gern Burenwurst, Braaivleis oder Dörrfleisch. Oder Sie probieren die Saté-Spießchen und Curry-Gerichte der aus Südostasien eingewanderten Bewohner.
Nutzen Sie die einmalige Gelegenheit, den neuen A380 und einen Austragungsort der FIFA WM 2010 gleichzeitig kennenzulernen.
24. Mai 2010 um 13:15
The North West Parks and Tourism Board appreciates the author mentioning one of its tourism icons, the Pilanesberg National Park. Note berg nor burg.
Thank You.