Flughafen Melbourne: Falsche Funksprüche verursachen Verspätungen

Foto Auch ein Flugzeug der Virgin Australia wurde Opfer des Flugfunk-HackersFalsche Funksprüche brachten am Flughafen Melbourne Flugzeuge im Landeanflug dazu, wieder durchzustarten bzw. Warteschleifen zu fliegen. Die Folgen waren gravierend.

Australien: Piloten müssen auch gefälschte Funksprüche befolgen

Die australische Bundespolizei fahndet nach einer Person, die am zweitgrößten australischen Flughafen Melbourne sowie am 50 Kilometer südwestlich der australischen Metropole gelegenen Avalon Airport große Verspätungen verursacht hat. Der Unbekannte hat eine Funkfrequenz gehackt und unter anderem die Cockpit-Crew einer Maschine der Virgin Australia –  nach Qantas die zweitgrößte australische Fluggesellschaft – per Funkspruch mit Falschinformationen versorgt. Auch etwa 15 andere landende Maschinen wurden von dem „Witzbold“ zum Go Around aufgefordert. Das berichtet die Tageszeitung „Herald Sun“ sowie andere australische Zeitungen.

Die Piloten waren der Ansicht, dass die Funksprüche vom Tower eines der beiden australischen Flughäfen käme und leisteten der Anweisung Folge. Cockpitbesatzungen können nicht feststellen, woher der Spruch kommt und müssen ihn in jedem Fall befolgen. Das Hacken des australischen Flugverkehrsfunks soll Medienberichten zufolge relativ einfach zu machen sein, da er aus Kostengründen nicht verschlüsselt ist. Weshalb der Täter nicht mit Hilfe eines Peilsenders, den eigentlich jeder Flughafen haben sollte, überführt werden konnte, ist nicht bekannt.

Flugsicherheit massiv gefährdet

Die australische Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und geht derzeit davon aus, dass der Täter eine tragbare Sendeanlage oder ein einfaches Handfunkgerät benutzt hat und damit auf der Frequenz der Kontrolltürme von Melbourne und Avalon gesendet hat. Es wird vermutet, dass er sich dabei an einem Parkplatz in der Nähe der Flughäfen aufgehalten hat und deshalb die Maschinen per Funk erreichen konnte. Sollte der Täter geschnappt werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Glücklicherweise sind Hacks in die Funkfrequenz von Kontrolltürmen selten – die Folgen sind jedoch ebenso gravierend wie unangenehm: Die fälschlicherweise umgedrehten Flugzeuge verursachen zum Einen hohe Kosten für die Fluggesellschaften, weil es zu einem höheren Kerosinverbrauch kommt, die betroffenen  Passagiere wegen der daraus resultierenden Verspätungen entschädigt werden müssen und Transit-Reisende mit teils hohem Verwaltungsaufwand auf andere Anschlussflüge umgebucht werden müssen. Zum Anderen sind der psychische Stress und die nervliche Belastung für die Crew und auch für die Passagiere enorm hoch.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Allgemein, Flughafen Infos | 0 Kommentare