Bequem fliegen – auf den Sitzabstand kommt’s an

Mit größerem Sitzabstand lässt sich das Fliegen vor allem auf Langstrecke genießen. Foto: Wolfgang Zajc/LufthansaSitznummern wie 15B oder 24E versprechen den ungeliebten Mittelplatz und erlauben den Passagieren wenig Freiraum an den Armen und Beinen. Gerade für Flugreisende mit langen Beinen ist jeder Zentimeter zum Vordersitz entscheidend. Wir zeigen Ihnen, welcher Sitzabstand Sie bei den Airlines erwartet.

Abhängig von der Flugstrecke
Unterschieden werden muss generell zwischen der Länge der Flugstrecke. Auf Kurz- und Mittelstrecken, etwa auf Flügen innerhalb Deutschlands oder nach Mallorca, ist der Sitzabstand in der Economy Class geringer als zum Beispiel auf Langstreckenflügen nach New York oder Hongkong. Somit besteht auch innerhalb einer Airline, die bei ihren Routen sowohl Kurz- als auch Langstrecke anbietet, ein unterschiedlicher Sitzabstand, siehe Lufthansa oder British Airways.

Billigairlines nicht unbedingt weniger
Auch wenn man dies zunächst erwarten würde, bieten Low Cost Carrier nicht grundsätzlich den geringsten Platz für die Beine. So beträgt der etwa bei den beiden größten europäischen Billigairlines Ryanair und easyJet 76 beziehungsweise 74 bis sogar 81 Zentimeter. Hinzugefügt werden muss aber, dass diese Werte nicht den tatsächlich verfügbaren Freiraum für die Beine darstellen, sondern vielmehr den Abstand zwischen der Kopfstütze und dem identischen Punkt des Vordersitzes.

Teils abhängig vom verwendeten Flugzeugmodell
In der Economy Class kann es für größer Gewachsene durchaus eng werden, was den Abstand zwischen den Sitzreihen betrifft. Foto: GrebeDeutschlands von den Passagierzahlen her größter Billigflieger Germanwings offeriert Kunden im Schnitt immerhin 78 Zentimeter. Bei Air Berlin variiert die Zahl, abhängig vom verwendeten Flugzeugmodell, zwischen 76 bis 79. Condors Sitzabstand beträgt 78 Zentimeter. Zum Vergleich: Beim Linienflieger Lufthansa erwartet die Passagiere ein Sitzabstand zwischen 79 und 82 Zentimetern, bei Air France sind es 77 bis 86, bei der US-Fluggesellschaft United Airlines 79 bis 81, bei der australischen Qantas 81, bei Emirates Airlines aus Dubai 79 bis 86 Zentimeter.

Spielraum von rund 15 Zentimetern vorhanden
Dies alles zeigt, dass durchaus ein Spielraum von rund 15 Zentimetern zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert vorhanden ist. Unterschiede bestehen zudem bei der Sitzbreite, jedoch nur in verhältnismäßig geringeren Ausmaßen. Im Schnitt kann mit einer Sitzbreite von 43 bis 46 Zentimetern gerechnet werden.

Tipps für mehr Platz in der Economy Class
Trotz der Tatsache, dass viele Airlines immer mehr Sitzreihen in ihre Maschinen platzieren, gibt es für Flugreisenden immer noch einige Plätze auf jedem Flug, bei der die Füße ausgestreckt werden können. Zum Beispiel die Plätze am Notausgang. Da dort im Notfall alle Passagiere aussteigen müssen (und deshalb auch kein Gepäckstück den Ausgang blockieren darf), ist der Abstand zwischen den betreffenden Sitzreihen besonders groß. Falls Airlines diese Plätze nicht als kostenpflichtige XL-Seats ausgewiesen haben, sollte man das Personal beim Check-In freundlich fragen, ob sie einem nicht diese Sitze zuweisen könnte. Bei Airlines ohne Sitzplatzreservierung sollte man versuchen, möglichst als erster Fluggast in die Maschine zu gelangen, da diese Plätze sehr begehrt sind.

Wer vom mittleren auf einen freien Fenster- oder Gangplatz wechseln will, kann dies nach Ende des Einsteigevorgangs tun. Foto: FlyNiki
XL-Seat als zusätzliche Einnahmequelle
Falls eine Fluggesellschaft den XL-Seat als zusätzliche Einnahmequelle entdeckt hat, bestehen abhängig von der jeweiligen Airline unterschiedliche Tarife. So verlangt beispielsweise Germanwings auf all ihren Flügen 15 Euro pro Stecke, Urlaubsflieger Condor und Air Berlin auf ihren Kurz- und Mittelflügen 20 Euro, bei TUIfly hingegen werden 25 Euro fällig. Bei Air Berlin kostet dieser Platz auf Langstrecken sogar 60 Euro.

Mehr Abstand in der Business Class
Reisende, für die auch der größte Sitzabstand in der Economy Class zu gering erscheint, sollten deshalb vor allem für Langstreckenflüge am besten in die Business Class wechseln. Das kostet zwar zum Teil deutlich mehr, aber dafür bieten die meisten Fluggesellschaften in ihrer Business Class spezielle Liegesitze, die sich in eine ebene Liegefläche verwandeln lassen und man die Füße somit ganz ausstrecken kann. Auf kürzeren Strecken ist der Sitzabstand in der Business Class in der Regel zwar fast genauso wie in der Economy Class, dafür bleibt aber der Sitz in der Mitte frei, so dass die Beine wenigstens zur Seite hin ausgestreckt werden können und ebenfalls für die Arme mehr Platz bleibt.

fluege.de/Sebastian Ibel/KoCom

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geschrieben von: Co-Pilotin | Allgemein | 1 Kommentar