Airlines umgehen Flugverbot und starten Sichtflüge – Schadensbegrenzung auf Kosten der Sicherheit?

In diesen Stunden stehen die Piloten unter enormem Druck. Trotz Flugverbot, starten einige Fluggesellschaften wie Air Berlin und Lufthansa ihre Motoren. Sind Sichtflüge ein zweckmäßiges Mittel um Touristen nach Hause zu holen oder betreiben die Airlines Schadensbegrenzung auf Kosten der Sicherheit?

Ganz nach dem Motto „ Im Sichtflug die Aschewolke umfliegen!“ sind nun die Piloten und deren Nerven gefragt. Rund 15.000 Passagiere sollen ihren Heimweg nach Deutschland antreten, ohne zu wissen, ob sie sicher landen. Die Angst fliegt dabei mehr denn je mit. Denn im Gegensatz zu einem Instrumentenflug ist der Pilot bei einem Sichtflug vollkommen auf sich allein gestellt. Er richtet sich nach gewissen Flugregeln und muss den gesamten Flugraum eigenständig überwachen.

Diese aktuelle Problematik sorgt in aller Munde für Gesprächsbedarf. Kritik um die Sicherheit der Passagiere steht nun in Konkurrenz zur Schadensregulierung diverser Airlines. Zwischen beiden Positionen stehen die Piloten, die eine enorme Verantwortung und ein noch größeres Risiko zu tragen haben. Auf der einen Seite fühlen sie sich ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet den Flug anzutreten, auf der anderen Seite wächst der Druck durch die Öffentlichkeit, die sich über mangelnde Sicherheit in Bezug auf die zahlreichen Passagiere beschwert. Laut der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, kann ein Luftraum sicher oder unsicher sein. Beide Varianten zum gleichen Zeitpunkt sind nicht möglich und werden dennoch gefordert. Obwohl das Flugverbot bis Dienstag Abend um 20 Uhr verlängert wurde, starten und landen Passagiermaschinen im Sichtflug.

Alles nur um den Schaden der Airlines zu begrenzen? Laut der Luftfahrtgesellschaft IATA verlieren die Luftfahrtunternehmen 200 Millionen Dollar pro Tag. Angesichts dieser Summe werden Diskussionen angestoßen, ob man die Regierung um Staatshilfen bittet. Aufgrund der unvorhersehbaren Auswirkungen eines Vulkanausbruchs und die hohen Verluste seitens der Fluganbieter, soll nun über günstige Staatskredite oder andere Hilfsmöglichkeiten debattiert werden, ähnlich wie bei den Banken oder Automobilkonzernen. Doch die Frage, wo die Grenzen für Staatshilfen liegen, bleibt zunächst noch unbeantwortet.

Angesichts des Flugverbots und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Schäden ist es verständlich, dass die Airlines mehr Mitspracherecht für Flugverbote fordern. In Zukunft möchten sie selbst entscheiden, wann die Sicherheit der Gäste gefährdet ist. Fraglich ist dabei ob wirklich die Interessen der Passagiere vertreten werden oder nur die eigenen wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen.

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