Air France: Streik und Jobabbau

Foto Bei Air France droht StreikAir France kann sich mit ihren Piloten nicht einigen – jetzt wird ein harter Spar- und Schrumpfkurs „gefahren“, der Tausende Arbeitsplätze und zahlreiche Verbindungen kosten wird.

Verlustserie bei Air France hält seit 2011 an

Die Fluggesellschaft Air France will mit Kürzungen in allen Sparten ihre seit 2011 andauernde Verlustserie beenden. „Wir sind heute nicht wettbewerbsfähig genug“, begründete der Chef des Mutterkonzerns Air France-KLM, Alexandre de Juniac, sein radikales Vorgehen. Wie tief diese Einschnitte ausfallen werden, entscheidet sich in nächster Zeit. Nach dem Scheitern der Gespräche zwischen Air France und Gewerkschaftsvertretern der Piloten hat de Juniac neuen Verhandlungen zunächst eine Absage erteilt. Falls die Gewerkschaften jedoch in den kommenden Wochen neue Vorschläge vorlegten und eine „echte Gesprächsbereitschaft“ zeigten, sei die Tür aber nicht geschlossen.

Piloten sollen mehr arbeiten und bekommen dafür kein Geld

Die Verhandlungen sind bereits in der vergangenen Woche gescheitert. Die verlustreiche Air France wollte die Gehälter der Flugkapitäne einfrieren und mit Mehrarbeit die Produktivität erhöhen. Dieses Ansinnen stößt bei der Gewerkschaft jedoch auf Widerstand. Die Konzernspitze reagiert mit Plan B: Jobabbau und möglicher Wegfall von zehn Prozent des Langstreckennetzes.
Doch nicht nur die Piloten sind von den Sparplänen betroffen: Air France-KLM-Chef de Juniac sagte dem Radiosender Europe 1, dass erneut viele Arbeitsplätze wegfallen könnten. Zudem werden in den kommenden zwei Jahren die Flotte und somit auch das Flugangebot bei Air France schrumpfen. Wie viele Arbeitsplätze dem Sparzwang bei Air France zum Opfer fallen werden, sagte de Juniac nicht. Insider rechnen jedoch damit, dass zwischen 2016 und 2017 bis zu 2.900 Stellen auf dem Spiel stehen könnten. Laut de Juniac sollen so viele Stellen wie möglich über freiwillige Vereinbarungen abgebaut werden. Kündigungen werde es aber auch geben, falls das nötig sei.

Die Gewerkschaften haben deshalb bereits für heute, 5. Oktober 2015, Streiks angedroht. Allzu große Störungen werden im Augenblick nicht erwartet. Erst vor reichlich einem Jahr hatten die Air-France-Piloten aus Protest gegen den geplanten Ausbau der Billigtochter Transavia zwei Wochen lang gestreikt.

Hinsichtlich der Kürzungen bei Verbindungen und Flugzeugen sagte Didier Fauverte von der Gewerkschaft CGT, dass sich Air France bis Ende 2017 von 14 Langstrecken-Maschinen trennen werde sowie und fünf Verbindungen streichen wolle. Bestätigt sind diese Angaben jedoch nicht.

Air France ist Teil der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM. Bei der niederländischen Schwestergesellschaft KLM haben sich die Piloten bereits im Juli dieses Jahres mit dem Konzern über ein Einfrieren der Löhne verständigt.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Allgemein | 0 Kommentare