Zusatzgebühren: Für Airlines ein lukratives Nebengeschäft

Foto BordverpflegungBesonders bei den Billig-Fliegern sind die Tickets für den Flug oft sehr günstig und erwecken den Eindruck, es sei die billigste Art zu reisen. Doch zum Ticketpreis kommen fast immer noch Flugnebenkosten dazu, die teils erheblich sein können.

Wer ein günstiges Ticket erwirbt, der freut sich zunächst über die geringen Kosten für die Reise. Doch die Aufschläge für Koffer und andere Extra-Leistungen können teilweise mehr als 230 Prozent des eigentlichen Ticketpreises betragen. Somit wird das vermeintliche Schnäppchen zum teuren Flug.

Dafür werden Zusatzgebühren verlangt

Die Airlines sind in den letzten Jahren so richtig kreativ geworden, wenn es um die Erhebung von Zusatzgebühren geht. Denn für sie ist diese Einnahmequelle zum lukrativen Nebengeschäft geworden. Da werden für eine einfache Sitzplatzreservierung mal so 13 Euro (Tuifly) oder für den Transport eines Fahrrads 70 Euro (Air Berlin) fällig. Auch für Bordverpflegung werden bei immer mehr Airlines Zusatzgebühren verlangt. Gerade bei Air Berlin und Condor wird das Konzept der Verpflegung umgestellt. Kostenlose Bordverpflegung gibt es seit kurzem beiden Airlines in den Billigtarifen nicht mehr. Für das Gepäck werden schon länger Gebühren verlangt. Wer nicht nur mit Handgepäck fliegt, zahlt ordentlich drauf, besonders wenn der billigste Tarif gewählt wurde. Da werden teilweise bis zu 45 Euro pro Strecke für 20 Kilo Gepäck (Ryanair) fällig.

Kleine Gebühren, großes Geschäft

Zunächst wirken die Gebühren wie ein kleiner Zuverdienst der Flugunternehmen. Doch mittlerweile werden damit dicke Geschäfte gemacht. Im letzten Jahr lagen die Einnahmen durch Flugnebenkosten laut Schätzungen weltweit bei annähernd 60 Milliarden US-Dollar. Der Trend ist auch in Europa voll angekommen. So gehören Ryanair, die Lufthansa-Gruppe und Easyjet zu den Fluggesellschaften mit den meisten Zusatzgebühren. Bei kleineren Airlines wie dem Billigflieger Wizzair machen diese Nebeneinnahmen immerhin rund 36 Prozent des Umsatzes aus. Und die Airlines denken sich ständig neue Gebühren aus, um das Geschäft zu steigern. Da wird eine Gebühr für den Vorabend Check-in (Tuifly) oder der Handgepäckgebühr (Wizzair) erhoben oder eine Gebühr für den Check-in am Flughafenschalter (Ryanair) verlangt. Auch die Linien- und Ferienflieger haben das Konzept teilweise übernommen und verlangen Gebühren für Zusatzleistungen.

Tags: , , ,

geschrieben von: Flugbegleiter | Airline News | 0 Kommentare