Wo die Airlines beim Fliegen sparen

Foto: Auch Ryanair versucht zu sparen, wo es nur gehtEs ist ja schön, wenn die Leute Flugtickets kaufen. Dumm nur, dass man sie dann auch noch transportieren muss! Die Zeiten, in den Fliegen noch etwas Besonderes war, sind vorbei. Der Konkurrenzkampf zwingt die Fluggesellschaften zu sparen, wo es geht.

Dass es bei Kurz- und Mittelstrecken an Bord eines Flugzeugs für die Economy-Klasse nichts kostenlos zu essen gibt, ist keine Seltenheit. Wer über den Wolken etwas essen will, sollte sich also etwas von zu Hause mitnehmen oder noch schnell am Flughafen was besorgen, wenn er es nicht überteuert im Flieger kaufen will. Bei einigen Fluggesellschaften kann bei der Buchung angegeben werden, ob und welches Menü man während des Kurz- oder Langstreckenfluges essen möchte. Dies ist z.B. bei Air France, Delta oder Aer Lingus möglich. Bei der Business Class wurde das Angebot ebenfalls deutlich abgespeckt.

Bonusmeilen sind bares Geld wert

Vielflieger treffen ihre Entscheidung, mit welcher Gesellschaft sie fliegen wollen u.a. auch danach, was sie an Bonusmeilen herausholen können und was sie dafür bekommen. Für die Fluggesellschaften sind sie daher ein wichtiges Marketinginstrument. Sogar die Billigfluggesellschaften sind inzwischen teilweise dazu übergegangen, Vielfliegerprogramme anzubieten. Bei Air Berlin heißt es „Topbonus“ und bei Germanwings „Boomerang-Club“. Der berühmteste und erfolgreichste Billigfluganbieter Ryanair hat allerdings noch kein solches Programm.

Lesen zum Zeitvertreib

Zeitschriften und Zeitungen, die kostenlos an Bord ausliegen, gibt es zwar immer noch, allerdings nicht mehr in einem Umfang wie früher. Das liegt wohl daran, das zum einen Gewicht eingespart werden soll und zum anderen das Verteilen wegfällt. Für die Zeitschriften selbst müssen die Fluggesellschaften nichts zahlen und die Verlage freuen sich, wenn noch mehr Menschen die auf Papier gedruckten Werbeanzeigen zu Gesicht bekommen. Bei einigen Airlines können die Passagiere die Zeitschriften und Zeitungen auf ihr Mobiltelefon oder Tablet herunterladen. Wurde der Flug direkt bei der Fluggesellschaft online gebucht, ist es kostenlos, wie z.B. bei TUIfly und Germanwings.

Kaum Platz nach vorne

Es gab Zeiten, da betrug der Sitzplatzabstand über 86 cm und dies galt nicht für teure Beförderungsklassen!Aber Raum ist Geld und deshalb wurden über die Jahrzehnte immer mehr Sitzreihen in die Flieger gequetscht. Wie „groß“ der Sitzabstand in der Economy Class ist, hängt u.a. vom Maschinentyp und der Streckenlänge ab. Zahlen sagen mehr als Worte:

71 cm Condor
72,5 cm Easyjet
74 cm Lufthansa
76 cm Ryanair, Air Berlin
79 cm Lufthansa
81 cm Airberlin

Das Flugverhalten

Eine Umfrage des Verbandes der Luftverkehrswirtschaft hat ergeben, dass 85 % der in Deutschland lebenden Personen schon einmal geflogen sind, für immerhin 44 % ist fliegen noch etwas Besonderes. Während auf der einen Seite das Durchschnittsalter der Passagiere über die Zeit gesunken ist und man so davon ausgehen kann, dass die Kunden weniger Geld haben, zeigt sich auf der anderen Seite, dass Fliegen immer noch teuer genug für einige Personenkreise zu sein scheint. 21 % der Umfrageteilnehmer mit Hauptschulabschluss gaben auf die Frage, ob sie in den letzten zwei Jahren geflogen seien ja an, bei den Befragten mit Abitur waren es 69 Prozent. Personen mit Hochschulreife oder Studium sind häufig Vielflieger, ehemalige Haupt- und Realschüler fliegen hingegen eher selten.

Unterhaltung an Bord

Unterhaltung gibt es nach wie vor, doch muss sich jetzt der Passagier immer häufiger selber darum kümmern. Filme und Musik werden auf die mitgebrachten Geräte heruntergeladen. Vorher muss eine Applikation installiert werden. So geschieht es beispielsweise bei Kurz- und Mittelstreckenflügen der Lufthansa. Auf ca. 100 Filme und 200 Fernsendungen bringt es das Lufthansa-Angebot bei Langstreckenflügen, bei Air Berlin sind es 40 Filme und 100 Fernsehserienfolgen. Bei Easyjet und beim größten europäischen Billigflieger Ryanair spart man und es gibt es keine Bordunterhaltung.

Alter der Flugzeugflotte

6 Jahre Easyjet und Ryanair
11 Jahre Lufthansa
12,4 Jahre British Airways
17 Jahre Delta

Das Durschnittsalter der Flotten sinkt weltweit, weil im Gegensatz zu früher die Maschinen, wenn sie für den Passagierverkehr nicht mehr genutzt werden, immer seltener als Frachtmaschine Verwendung finden. Daher zieht man sie früher aus dem Verkehr und schlachtet sie aus. Weil das Kerosin mit der Zeit immer teurer wurde, hat man außerdem verschwenderische Flugzeuge gegen solche mit besserer Energieausbeute eingetauscht.

Nutzung der Flughäfen

Die Billigfluglinien drängen an die gut erreichbaren Flughäfen großer Städte, was daran liegt, dass die großen Fluggesellschaften aufgrund von Sparmaßnahmen Kapazitäten frei werden lassen. Darunter leiden Flughäfen wie Hahn oder Weeze. Außer den Schnäppchenjägern unter den Urlaubern wollen die Billigfluganbieter Dienstreisende befördern. Mitarbeiter von Firmen, die aufs Geld gucken, Ingenieure, Techniker und Handwerker im internationalen Einsatz sind neben Millionen Euro verschiebenden Bänkern eine weitere Klientel, mit der man Geld verdienen kann.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Die Flugwelt A - Z | 0 Kommentare