Weitere Kostenexplosion bei BER

Foto Am Hauptstadtflughafen BER droht eine erneute KostenexplosionNach dem Rücktritt von Hartmut Mehdorn als Chef des Berliner Hauptstadtflughafen BER drohen die Kosten für den Pannenflughafen weiter zu steigen. Die Gesellschafter haben deshalb weitere EU-Beihilfen beantragt.

Weitere 2,2 Milliarden Euro bei der EU beantragt

Hartmut Mehdorns Rücktritt als Chef des  Berliner Pannenflughafens BER zieht weitere schlechte Nachrichten nach sich. Der Aufsichtsrat warnt vor einer weiteren Kostenexplosion bei einer erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins. Nach Ansicht von Brandenburgs Flughafen-Koordinator Rainer Bretschneider (SPD), der auch stellvertretender Aufsichtsratschef ist, werden diese zwar eine Milliarde Euro nicht erreichen, „aber das wird schon eine Summe.“ Man müsse den  bislang angesetzten Kostenrahmen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro nach der Verschiebung des Eröffnungstermins auf das zweite Halbjahr 2017 neu berechnen. Aus diesem Grund hätten die Gesellschafter des BER bei der Europäischen Union statt der ursprünglich geplanten 1,1 Milliarden Euro nun vorsorglich Beihilfen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro beantragt, sagte Bretschneider. Dem „Tagesspiegel“ zufolge werden die Kosten für den Bau des BER voraussichtlich schon innerhalb der nächsten Jahre über die Grenze von sechs Milliarden Euro steigen.

Lufthansa möchte einen Tunnel unter dem Vorfeld

Mit dem Mehr an Geld aus Brüssel wären auch die wegen des starken Wachstums des Berliner Luftverkehrs notwendigen Erweiterungen des BER finanzierbar. Schon vor seiner Eröffnung werden am BER Kapazitätsengpässe befürchtet. Er ist für 27 Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt. Doch an den bestehenden Flughäfen in Tegel und Schönfeld werden in diesem Jahr diesem Jahr etwa 28 Millionen Fluggäste erwartet – in dieser Woche wurde  bereits der 27-millionste Passagier begrüßt.
Aus diesem Grund seien die Ideen für einen Ausbau plausibel. Die Planfeststellung des BER  erlaubt zwei sogenannte Satelliten (Ergänzungsterminals), die derzeit noch nicht gebaut sind. Zudem hat die Betreibergesellschaft aus Kostengründen bisher auch darauf verzichtet, den zur  Nutzung der Ergänzungsbauten notwendigen Tunnel unter dem Vorfeld zu bauen. Der Bevollmächtigte der Lufthansa, Thomas Kropp, hält es für sinnvoll, „die Bauzeit zu nutzen, um einen Tunnel zu den Satelliten-Standorten zu bauen“. Die Verantwortlichen dürften damit nicht warten, bis der Flughafen in Betrieb ist. Wenn für dessen Bau erst im laufenden Betrieb das Vorfeld aufgerissen werde, sei mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Zwischenzeitlich gab es auch Überlegungen, die Verbindung vom Hauptterminal zu den Satelliten mit einer Brücke herzustellen.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Flughafen Infos | 1 Kommentar