Warnstreiks an vier deutschen Flughäfen – Air Berlin streicht zahlreiche Flüge

Foto Ein Warnstreik des Bodenpersonals hält heute zahlreiche Flüge der Air Berlin am BodenAn vier deutschen Flughäfen streikt heute das Bodenpersonal. Verdi hat zum Warnstreik aufgerufen. Fluggäste müssen sich Behinderungen einstellen – vor allem bei Air Berlin fallen zahlreiche Flüge aus.

Verdi bestreikt heute vier deutsche Flughäfen

Flugpassagiere an den Airports in Berlin, Hamburg und Stuttgart müssen sich heute auf Verspätungen einstellen. Grund ist ein Warnstreik des Personals bei den Diensten des Bodenverkehrs. Laut Verdi wurde zum Arbeitskampf aufgerufen, weil die monatelangen Tarifverhandlungen feststeckten, so Verdi-Sprecher Andreas Splanemann.

An den Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld hat die Gewerkschaft Verdi heute bis elf Uhr etwa 2.000 Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste (BVD) zum Streik aufgerufen. An beiden Airports ist mit Beeinträchtigungen für die Fluggäste zu rechnen. Die Fluggesellschaft Air Berlin streicht nach eigenen Angaben zufolge heute 60 Flüge von und nach Berlin-Tegel. Passagiere sollten sich daher rechtzeitig vor dem Start ihres Fluges bei der Airline über den aktuellen Flugstatus informieren. Fluggäste der Air Berlin, die wegen des Streiks von einer Flugstreichung betroffen sind, können kostenfrei auf einen Flug auf derselben Strecke im Reisezeitraum vom 9. Februar 2017 bis 15. Februar 2017 umbuchen. Sollte der wegen des Streiks gecancelte Flug Teil einer Pauschalreise sein, müssen sich die betroffenen Passagiere direkt ihren jeweiligen Reiseveranstalter oder ihr Reisebüro wenden.

Am Hamburg Airport hat Verdi Mitarbeiter der Flugzeug- und Gepäckabfertigung, des Terminal-Busverkehrs sowie von Reinigungsdiensten zum Arbeitskampf aufgerufen. Der Streik am Flughafen der Hansestadt beschränkt sich auf die Frühschicht und soll laut Verdi im Laufe des Tages beendet werden. Auswirkungen auf den Flugverkehr seien laut Flughafenangaben nicht auszuschließen, man wolle sie jedoch so gering wie möglich halten.

Am Flughafen Stuttgart streikt das Bodenpersonal seit Beginn der Frühschicht um 3.30 Uhr – der Arbeitskampf soll sich auch hier über mehrere Stunden erstrecken.

Die Bodenverkehrsdienste sind sicherheitsrelevant

Zu den BVD gehören neben der Passagier-, Gepäck- und Frachtabfertigung auch die Vorfeld- und Transportdienste sowie Reinigungskräfte, Caterer und Einweiser und Betanker für die Flugzeuge.

Für die Beschäftigten in Tegel und Schönefeld will die Gewerkschaft einen Euro mehr pro Stunde erkämpfen – aktuell verdienen die betreffenden Mitarbeiter des Bodenpersonals etwa elf Euro pro Stunde. Zudem fordert Verdi ein verbessertes Tarifsystem mit mehr Aufstiegsmöglichkeiten und weniger Teilzeit-Jobs. Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter habe in den vergangenen Jahren durch das stark erhöhte Passagieraufkommen an den Berliner Flughäfen zugenommen und die Arbeit sei zudem sicherheitsrelevant. Am Freitag (10. Februar) sollen die Verhandlungen mit den Arbeitgebern fortgesetzt werden.

Am Flughafen Hamburg kritisiert die Gewerkschaft das „unzureichende“ Arbeitgeberangebot in der Tarifrunde der Bodenverkehrsdienste. Verdi fordert für die etwa 850 Beschäftigten in drei Firmen (Flugzeug- und Gepäckabfertigung, Terminal-Busverkehr, Reinigungsdienste) eine Lohnerhöhung von 250 Euro pro Monat. Auch an den Befristungen und Teilzeitverträgen über wenige Arbeitsstunden übt Verdi Kritik. Als Angebot hat die Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg (AVH) eine Erhöhung in vier Tarifrunden angeboten, die jedoch für die Mehrheit der Arbeitnehmer letztendlich nur 25 Euro mehr im Monat bedeuten würden.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Flughafen Infos | 0 Kommentare