United erntet Shitstorm

Foto United Airlines erntet Shitstorm des JahresUnited Airlines hat ein Image-Problem: Weil ein Flug überbucht war und kein Passagier freiwillig mit einer späteren Maschine fliegen wollte, kam es zu Handgreiflichkeiten, die im Handumdrehen in den sozialen Medien die Runde machten.

Immenser Image-Schaden für den US-Carrier

Nachdem ein 69-jähriger Arzt gewaltsam aus einem überbuchten Flugzeug gezerrt wurde, erntet die größte US-Fluggesellschaft United Airlines einen riesigen Shitstorm.
Folgendes war passiert: Auf einem United-Flug vom O’Hare International Airport Chicago nach Louisville in Kentucky standen vier Passagiere zu viel auf der Liste und keiner von ihnen wollte am Sonntagsabend einen späteren Flug nehmen – auch nicht für 800 Dollar in bar und eine kostenlose Hotelübernachtung. Hintergrund: Die Fluggesellschaft wollte zusätzlich kurzfristig vier Crew-Mitglieder mitnehmen, die am nächsten Morgen in Kentucky sein mussten. Daraufhin ließ United das Los entscheiden, welche der vier überzähligen Passagiere nicht mitfliegen dürfen. Drei von ihnen verzichteten freiwillig, ein 69-Jähriger Arzt sprach sich dagegen aus, weil auf ihn am nächsten Morgen in Louisville Patienten warteten. Trotz dieser Begründung wurde er daraufhin von drei Flughafenpolizisten gewaltsam aus der Maschine gezerrt. Andere Fluggäste zückten ihre Handys und filmten den Vorfall, der im Handumdrehen in den sozialen Medien auftauchte, wo er für den bisher größten Social Media-Shitstorm des Jahres sorgte. Sogar die US-Fernsehsender zeigten den Vorfall in in ihren abendlichen Hauptnachrichten: Zu sehen sind drei Flughafen-Polizisten, die den Fluggast asiatischer Herkunft mit Gewalt aus seinem Sitz zerren und ihn mit blutender Nase zum vorderen Ausgang der Maschine schleppen.

United Airlines: Ein Passagier wird gewaltsam aus einem überbuchten Flugzeug gezerrt

Quelle: YouTube / Flight

Oscar Munoz ist der „Kommunikator des Jahres“

Einer der Flughafenpolizisten wurde wegen seines Verhaltens mittlerweile beurlaubt und der Vorstandsvorsitzende von United Airlines, Oscar Munoz, entschuldigte sich via Twitter: Er werde sich wegen des Verhaltens des Polizisten mit dem betroffenen Passagier in Verbindung setzen – alle bei United seien darüber verärgert.Viel genützt hat diese Entschuldigung des Airlines-Ceos aber nicht:  Er wurde von PR Week als Kommunikator des Jahres ausgezeichnet:

Zusätzlich zu dem Image-Schaden will nun auch noch das US-Verkehrsministerium den Vorfall bei United untersuchen.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Die Flugwelt A - Z | 0 Kommentare