Umsteigeverbindung: Airline muss bei Verspätung zahlen

Bild Die Flugastrechte wurden vom EuGH erneut gestärktDer Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Verbraucherrechte bei verspäteten Flügen zum wiederholten Mal gestärkt: Entschädigungen müssen auch bei Verspätungen durch verpasste Anschlussflüge gezahlt werden (EuGH Az: C-11/11).

Eine Airline muss ihren Passagieren auch bei Umsteigeverbindungen Schadenersatz zahlen, wenn der Flug am Zielort eine Verspätung von drei Stunden oder mehr hat. Nach Ansicht des EuGH ist für den Anspruch auf eine Ausgleichszahlung die Verspätung am Endziel maßgebend und nicht die Verspätung zum Zeitpunkt des Abflugs.
Vor dem höchsten EU-Gericht wurde ein Rechtsstreit zwischen einem deutschen Ehepaar und der der französischen Airline Air France vor dem Bundesgerichtshof wieder aufgegriffen. Die Ehefrau war von Bremen über Paris und São Paulo nach Asunción (Paraguay) geflogen. Ihr Abflug in Bremen verzögerte sich jedoch um fast zweieinhalb Stunden, sodass sie den Anschluss in Paris und auch in Brasilien verpasste und letztendlich mit elf Stunden Verspätung am Zielort ankam.
Das EU-Gericht stellte fest, dass für die Gewährung der Ausgleichszahlung zwischen 250 und 600 Euro (je nach Flugstrecke) nur die Verspätung am Zielort maßgeblich ist und nicht die Verzögerung beim Abflug.
Das Gericht wies aber auch darauf hin, dass sich nach EU-Verbraucherrecht die Entschädigungen bei Flugverspätungen halbieren, wenn ein zeitnaher Ersatzflug möglich sei. Außerdem entfalle der Anspruch auf Ausgleichszahlungen, wenn ‘außergewöhnliche Umstände’ den Ausfall des Fluges nach sich ziehen.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Flugrecht | 0 Kommentare