Transavia macht in München den Abflug

Foto Die Billigfluglinie Transavia wird ihre Maschinen aus München abziehenDie Air-France-KLM-Billigtochter Transavia war die erste Lowcost-Airline mit einer Basis am Flughafen München. Seitdem flog Transavia vom Erdinger Moos zu Zielen in Europa, Nordafrika und Israel. Jetzt ist das kurze Intermezzo in Bayern zu Ende.

Transavia: Gewinnaussichten in München sind schlecht

Vier Boeing 737 hat der Billigflieger von Air France-KLM aktuell an seiner Basis am Flughafen München stationiert, um Flüge nach Israel, Nordafrika und Europa anzubieten. Seinerzeit war die neue Transavia-Basis in der bayerischen Landeshauptstadt die siebente und die einzige außerhalb der Heimatmärkte Niederlande und Frankreich. Zum Winterflugplan zieht der Lowcoster nun die vier Flugzeuge in München wieder ab und streicht alle Verbindungen. Auch die einzige innerdeutsche Route stellt Transavia wieder ein – derzeitl bietet der niederländisch-französische Billigflieger bis zu zweimal täglich Flüge von München nach Berlin an. Auf der am meisten „beflogenen“ innerdeutschen Strecke sind jährlich 1,4 Millionen Passagiere unterwegs. Lediglich die Nonstop-Flüge der Transavia von München nach Amsterdam und Eindhoven bleiben bestehen. Bereits gebuchte Tickets behalten auf allen Strecken ihre Gültigkeit. „Wir haben entschieden, unsere Strategie zu ändern und uns auf Wachstum innerhalb unseres Heimatmarktes zu konzentrieren“, kommentiert Transavia-Chef Mattijs ten Brink diesen Schritt. Deshalb und aufgrund der sorgfältig ausgewerteten Profitabilitätsaussichten sei eine Basis in München nicht länger Teil dieser Strategie, so ten Brink weiter. Vom Heimatmarkt Niederlande aus fliegt Transavia seit 50 Jahren vor allem zu Urlaubszielen am Mittelmeer.

Eurowings „verbeißt“ Transavia

Dass der Rückzug von Transavia von ihrer Münchner Basis nur wenige Wochen nach der Ankündigung von Eurowings erfolgt, ab dem Sommer von München aus mit vier Flugzeugen zu 32 Zielen zu starten, kann kein Zufall sein. Es ist davon auszugehen, dass Offenbar sieht sich die Air France-KLM-Billiglinie dem Preiskampf mit dem Lowcoster der Lufthansa nicht stellen will und kann. Von der Schließung der Münchner Basis nach dem Sommerflugplan sollen etwa 100 Transavia-Mitarbeiter betroffen sein.

Der Rückzug von Transavia aus München bedeutet das Aus für ein ambitionierten Projekts. Im Zusammenhang mit der Basis-Eröffnung war Transavia Marketingchef Roy Scheerder noch überuas optimistisch: „Es gibt in Deutschland ein großes Potenzial.“, sagte er damals. Deutschland sei im Vergleich zu anderen Märkten hinsichtlich des Lowcost-Angebotes noch unterversorgt und die Airline wolle zu den fünf größten Billigfliegern in Europa aufschließen. Auch Transavia-Chef Mattijs ten Brink sah zur Eröffnung für die Münchner Basis gute Chancen auf Erfolg, da Billig-Airlines in München kaum vertreten seien: „Es gibt Lufthansa und Air Berlin und dann lange Zeit nichts.“

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Flughafen Infos | 0 Kommentare