Transaero: Flugbetrieb wird schrittweise eingestellt

Foto So hätte der A380 von Transaero ausgesehen.Transaero Airlines könnte schon bald Insolvenz anmelden müssen. Nachdem der Verkauf an Aeroflot nicht zustande kommt, gibt es keine Rettung mehr für die zweitgrößte russische Airline. Airbus verliert dadurch einen weiteren A380-Kunden.

Aeroflot und S7 übernehmen die Streckenrechte von Transaero

Bei Transaero Airlines, der größten privaten Fluggesellschaft Russlands, gehen demnächst offenbar die Lichter endgültig aus. Der russische Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew hat bereits einer möglichen Insolvenz der Transaero zugestimmt. Das operative Geschäft hat  inzwischen der Transaero-Konkurrent Aeroflot übernommen.
Zuvor waren Rettungsversuche gescheitert. Eigentlich sollten die Mehrheitsanteile der Transaero durch Aeroflot übernommen werden. Obwohl die Aufsichtsräte beider Airlines dem Verkauf bereits zugestimmt hatten, kam der Deal dennoch nicht zustande. Ein möglicher Grund für das Scheitern der Übernahme könnte sein, dass unter den Anteilseignern der Transaero auch ausländische Investoren sind, die ihre Rechte einklagen könnten, so dass eine Insolvenz zumindest für sie die bessere Lösung wäre. Die Hauptbesitzer der Fluggesellschaft – die russische Familie Pleschakow – sind jedoch gegen die Insolvenz und wollen im Fall der Fälle ihre Aktien einem Bankenkonsortium  übergeben. Zudem haben die Aktionäre von Transaero bis zum Ablauf der gesetzten Frist am 29. September 2015 laut Aeroflot keinen Vorschlag zur Übernahme von 75 Prozent plus einer Aktie vorgelegt – es werde auch keine Fristverlängerung geben. Außerdem hat das russische Finanzministerium die am Anfang der Übernahme-Verhandlungen zugesagten Staatsgarantien in Höhe von umgerechnet rund 1,3 Milliarden Dollar verweigert. Diese Summe wäre zur Restrukturierung der Transaero nötig gewesen. Den rund 10.000 Beschäftigten der Fluggesellschaft wurde von der Regierung Hilfe versprochen.

Ersatzbeförderung ist möglich

Der Ticket-Verkauf durch Transaero wurde bereits am 1. Oktober 2015 beendet und der Flugverkehr ist im Inland nur noch bis 15. Oktober 2015 gestattet. Auslandsflüge, wie beispielsweise nach Berlin, wurden schon am 5. Oktober 2015 eingestellt. Passagiere, deren Abflugdatum nach diesen Terminen liegt, können bis 15. Dezember 2015 eine Ersatzbeförderung mit Aeroflot beantragen. Ob nach diesem Termin die zugesagte vollständige Erstattung bereits bezahlter Tickets allerdings tatsächlich erfolgen wird, hängt vom Verlauf des Insolvenzverfahrens ab. Die Airline soll Schulden in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro haben. Die Verpflichtungen gegenüber Banken betragen fast 1,1 Milliarden Euro. Die Streckenrechte der Transaero sollen neben Aeroflot auch auf S7 Airlines übertragen werden.

Airbus trifft die Transaero-Insolvenz hart

Für den europäischen Flugzeugbauer Airbus ist das Grounding der russischen Transaero ein schwerer Schlag:  Es gibt keinen Abnehmer mehr für die vier A380, die Transaero bestellt hat. Allerdings war die noch für dieses Jahr geplante Auslieferung des Superjumbos wegen der Ukraine-Krise auf kommendes Jahr verschoben worden.

Transaero wollte in ihren A380 jeweils 700 Passagiere unterbringen – das wäre ein Rekord gewesen. Neben Boeing dürften aber auch die Transaero-Bestellungen bei anderen Flugzeugbauern wie Airbus und Sukhoi durch die drohende Insolvenz gefährdet sein.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News | 0 Kommentare