Ryanair: Jungfernflug Frankfurt – Palma de Mallorca

Foto Flüge nach Mallorca bietet Ryanair jetzt auch ab Frankfurt anLufthansa war bisher der Platzhirsch an Deutschlands größtem Flughafen. Nun grätscht der irische Billigflieger Ryanair in Frankfurt dazwischen und wirbelt das Geschäft des Kranichs mit Business- und Fernreisenden kräftig durcheinander.

Ryanair-Flug FR 4140 nach Mallorca war mehr als ein Urlaubsflug

Der irische Billigflieger Ryanair hat gestern den Flugbetrieb am Frankfurter Airport aufgenommen: Um 6.50 Uhr hob in der Hessen-Metropole ein Flug nach Palma de Mallorca ab. Der Jungfernflug FR 4140 war bis auf wenige freie Plätze ausgebucht und mehr als ein gewöhnlicher Urlaubsflug nach Palma de Mallorca – er hat eine Zeitenwende am Frankfurter Airport eingeläutet. Nicht genug, dass Ryanair der Lufthansa längst den Rang als Europas größter Carrier abgelaufen hat – jetzt greift der irische Billigflieger den Kranich auch noch an seinem Heimatdrehkreuz an.

Ryanair: Frontalangriff auf Lufthansas Kerngeschäft

Ryanair startet in Frankfurt zunächst mit zwei Maschinen zu vier Zielen. Ab sofort stehen morgendliche Flüge nach Mallorca und Malaga sowie am Nachmittag nach Alicante und Faro (und jeweils zurück) im Flugplan. Doch bereits in diesem Herbst sollen am FRA fünf weitere Ryanair-Flieger stationiert werden – bis zu 20 Maschinen könnten es laut Ryanair-Chef Michael O’Leary langfristig in Frankfurt werden. Neben Urlaubsflügen in den Süden bringen, will der kreative Airline-Boss auch Geschäftsreisende und Pendler in Europas Hauptstädte und Wirtschaftsmetropolen bringen. O’Leary plant, bis zu zehn Millionen Fluggästen zusätzlich nach Frankfurt zu holen.

Fraport: Kein Wachstum mit Nur-Premium-Kunden möglich

Die großen Drehkreuze sind bisher weitgehend von den Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet „verschont“ geblieben – die hohen Gebühren ließen Starts und Landungen zu vernünftigen Ticketpreisen einfach nicht zu. Doch diese rosigen Zeiten sind für die etablierten Airlines nun endgültig vorbei, weil die Betreibergesellschaft Fraport nach einem Passagie-Minus im vergangenen Jahr nun Gesellschaften fördert, die schnell wachsen. Die Rabatte gelten zwar für neue und alteingesessene Airlines gleichermaßen, aber die „Neuen“ in Frankfurt haben auf Grund ihrer höheren Wachstumszahlen mehr davon. „Wir müssen uns bewegen, da wir in den vorigen Jahren Passagiere, die Low Cost fliegen, an die Flughäfen Köln/Bonn oder Stuttgart verloren haben“, stellte Fraport-Chef Stefan Schulte klar und verärgerte damit seinen größten Kunden, die Lufthansa. Der Konzern hat deshalb sogar mit Klage gegen die Rabatte gedroht, weil es aktuell am viertgrößten europäischen Flughafen keinen fairen Wettbewerb mehr gebe. Deshalb war es auch möglich, dass die ersten Ryanair-Tickets ab Frankfurt im günstigsten Fall 9,99 Euro gekostet haben und laut O’Leary wegen der Fraport-Rabatte dennoch kostendeckend gewesen sein sollen. „Wenn wir keine Vergünstigungen bekommen, fliegen wir nicht. Weil es sich dann nicht lohnt, so günstige Tickets anzubieten“, so der Ryanair-Boss ganz pragmatisch. Sollten die großen Drehkreuze weiterhin Rabatte gewähren, wolle er dort bleiben, andererseits aber auch nicht den kleineren Flughäfen wie Hahn den Rücken kehren.

Lufthansa versucht nun, der Ryanair-Invasion in Frankfurt Paroli zu bieten und lässt ab 2018 ihren eigenen Billigflieger Eurowings auch am Heimatdrehkreuz starten und landen. Das hatte der Kranich lange ausgeschlossen, um sich nicht selbst in Frankfurt Konkurrenz zu machen. Doch damit ist jetzt dank Ryanair vorbei.

Tags: , , ,

geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Flughafen Infos | 0 Kommentare