Mangelnde Nachfrage: Turkish Airlines kürzt Flugangebot

Turkish AirlinesDie türkische Nationalfluggesellschaft Turkish Airlines streicht ihren Winterflugplan deutlich zusammen. Zwar sind davon Flugverbindungen in zahlreiche Länder der Welt betroffen, doch vor allem die Deutschland-Flüge werden enorm gekürzt.

Turkish Airlines: Viele Deutschland-Flüge vorerst gestrichen

Nach einem Bericht der Fachzeitschrift „touristik aktuell“ stellt Turkish Airlines im Winter an drei Regionalflughafen in Deutschland gänzlich den Betrieb ein. An den Flughäfen Friedrichshafen sowie Münster/Osnabrück werden ab Ende Oktober keine Maschinen der Fluggesellschaft mehr nach Istanbul starten. Flüge vom Airport Karlsruhe/Baden-Baden werden ebenfalls komplett ausgesetzt, obwohl laut dem Flughafen ursprünglich vier Umläufe wöchentlich in Richtung Istanbul angesetzt waren.
Zusätzlich sollen noch weitere Frequenzen sowohl von als auch nach Istanbul an anderen europäischen Airports reduziert werden: Dem Bericht zufolge verlieren Bremen, Basel, Frankfurt, Köln/Bonn, Hannover, Hamburg, Leipzig, Nürnberg, München sowie Stuttgart zwei bis zehn Flüge pro Woche in die türkische Metropole. Außerdem werden auf den Strecken nach Ankara sowie zum zweiten Flughafen von Istanbul Sabiha Gökcen einige Flüge gestrichen.

Unruhige politische Lage macht Turkish Airlines zu schaffen

Der Grund für die Flugkürzungen von Turkish Airlines ist die mangelnde Nachfrage, welche wiederum vor allem in der derzeit schwierigen politischen Lage in der Türkei begründet liegt. Nach den Terroranschlägen sowie dem misslungenen Putschversuch im Sommer waren nicht nur Reisende sondern auch Veranstalter und Fluggesellschaften völlig verunsichert. Die Terror-Angst der Airlines ging sogar so weit, dass einige von ihnen wie unter anderem die Lufthansa, Eurowings und Air Berlin zwischenzeitlich mehrere Flüge storniert hatten. Mittlerweile sind diese zwar weitestgehend zur Normalität zurückgekehrt, doch die türkische Nationalfluggesellschaft Turkish Airlines spürt die Folgen noch immer deutlich. So musste das sonst eher erfolgsverwöhnte Flugunternehmen für das zweite Quartal im Jahr 2016 einen Verlust in Höhe von 206 Millionen US-Dollar verschmerzen, wie die Fachzeitschrift berichtet. Im Anschluss daran beschloss die Gesellschaft, ihre Prognosen nach unten zu korrigieren. Statt den bisherigen 72,4 Millionen geplanten Passagieren, erwartet Turkish Airlines für 2016 bloß noch 63,4 Millionen Fluggäste. Im Vergleich zum Vorjahr wäre dies zwar noch immer ein Zuwachs von 3,6 Prozent, allerdings ist dieser für die Airline in Anbetracht von Wachstumsraten im zweistelligen Bereich über die vergangenen Jahre wohl eher enttäuschend.

Hoffnungen für die Sommersaison 2017

Die türkische Airline selbst hat sich zu ihren Plänen noch nicht weiter geäußert. Die betroffenen deutschen Flughäfen hoffen jedoch, dass im Sommer 2017 der Flugverkehr nach Istanbul erneut stattfinden wird. Bis dahin können Urlauber bloß darauf vertrauen, dass sich die Lage in der Türkei wieder einigermaßen normalisiert hat. Eventuell helfen auch die staatlichen Subventionen für den Tourismus dem einst so begehrten Urlaubsland, seine Beliebtheit zurück zu erlangen.

Tags: , , ,

geschrieben von: Flugbegleiter | Airline News | 0 Kommentare