Lufthansa und Air Berlin: Zusammenarbeit besiegelt

Bild Air Berlin MaschineDie Lufthansa erhielt nun die Genehmigung vom Bundeskartellamt, Flugzeuge samt Besatzungen von Air Berlin zu mieten. Damit ist der Deal zwischen den beiden Fluggesellschaften geprüft und gebilligt.

Nun ist der Wet-Lease-Vertrages zwischen Lufthansa und Air Berlin genehmigt. Damit wird Lufthansa 38 Airbus-Jets des Konkurrenten Air Berlin anmieten. Davon wird ein Großteil der Maschinen an die Lufthansa-Billigtochter Eurowings gehen. Fünf Maschinen werden bei der österreichischen Lufthansa-Tochter Austrian Airlines an den Start gehen.

Kein Grund den Deal zu untersagen

Im Dezember hatten die beiden Fluggesellschaften die Zusammenarbeit verkündet. Nach der Prüfung erklärte Bundeskartellamts-Präsident Andreas Mundt: „Die Übernahme von Flugzeugen eines Wettbewerbers ist wettbewerblich anders zu bewerten als etwa die Übernahme des gesamten Unternehmens.“ Da Lufthansa keine Start- und Landerechte von Air Berlin erwirbt, sieht das Bundeskartellamt keinen Grund den Deal zu untersagen. Es würde Lufthansa zwar die Möglichkeit geben zu expandieren, aber der Zuwachs sei nicht groß genug.
Die Vereinbarung zwischen den beiden Airlines wird sechs Jahre laufen und beinhaltet eine Option zur Verlängerung. Wie bei einem Wet-Lease-Vertrag vorgesehen, bleiben die Crewplanung, Wartung und die operative Verantwortung für den Flugbetrieb bei Air Berlin. Das bedeutet auch die Piloten und Flugbegleiter bleiben bei Air Berlin angestellt. Die Maschinen werden aber entsprechend für Eurowings und Austrian Airlines umlackiert.
Die angeschlagene zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands Air Berlin möchte mit dem Vertrag seine Rettung voran treiben. Neben dem Deal mit der Lufthansa geht die Touristiksparte von Air Berlin ein Bündnis mit Tuifly und Niki ein.

Kritik von Ryanair

Grund der Prüfung beim Bundeskartellamt waren die Einwände der Billig-Airline Ryanair. Die Kritik von Ryanair bestand darin, dass auf Flugstrecken innerhalb von Deutschlands Flugkapazitäten wegfallen und die Ticketpreise steigen würden. Ryanair bezeichnete den Deal als „Witz“, da Lufthansa seinen einzigen innerdeutschen Konkurrenten aufkaufen würde. Das Bundeskartellamt befragte daraufhin innerhalb der Prüfung und im Rahmen der üblichen Marktbefragung auch Ryanair.

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geschrieben von: Flugbegleiter | Airline News | 0 Kommentare