Kuwait Airways: Israelis bekommen kein Flugticket

Foto Kuwait Airways verzichtet auf ihre Direktverbindungen nach New York und London, um keine Israelis befördern zu müssen.Kuwait Airways hat ihre Verbindungen nach New York und London eingestellt. Grund: Die Airline hätte ansonsten Israelis befördern müssen. Das US-Verkehrsministerium hatte der Scheich-Airline zuvor die Diskriminierung israelischer Bürger vorgeworfen.

Kuwait Airways: Keine Flüge nach London und New York mehr

Kuwait Airways nimmt keine israelischen Staatsbürger mehr mit. Die USA werfen dem Unternehmen deshalb unbegründete Diskriminierung vor. Die kuwaitische Fluggesellschaft hingegen sieht sich im Recht und beruft sich auf die kuwaitische Gesetzgebung. Der Streit schwelt schon länger. Genau genommen seit 2013 als ein Israli aus Jerusalem bei dem Versuch scheiterte, unter Verwendung eines israelischen Passes ein Flugticket bei Kuwait Airways zu buchen. Auf Nachfrage der US-Regierung erklärte die Kuwait Airways damals, dass es Kuwait laut Gesetzeslage verboten sei, wirtschaftliche Beziehungen mit Menschen oder Firmen zu haben, die in Israel leben oder die israelische Staatsbürgerschaft haben. Der abgewiesene Israelische Bürger Eldad Gatt wollte die Verweigerung des Transports nicht hinnehmen und verklagte die Airline vor einem US-Gericht wegen Diskriminierung. Die amerikanischen Behörden gaben ihm Recht: die Weigerung der kuwaitischen Fluggesellschaft sei nicht mit den US-Richtlinien zur Gleichbehandlung und den Antidiskriminierungsgesetzen vereinbar. Zudem schaltete sich das US-Verkehrsministerium ein und nannte die Vorgehensweise von Kuwait Airways „illegal“, die Airline solle ihr Verhalten gegenüber Israelis ändern.
Das wollte Kuwait Airways nicht auf sich sitzen lassen und strengte vor etwa einem Monat eine Gegenklage an. Inhalt: Das Verhalten von Kuwait Airways sei nicht diskriminierend, weil die Fluglinie Tickets an alle Passagiere ungeachtet ihrer Rasse, Nationalität oder Religion verkaufe. Aber: Der Ticketverkauf erfolge nur dann, wenn die Betreffenden einen Pass besäßen, der in Kuwait anerkannt werde. Und das sei bei israelischen Pässen nicht der Fall. Für den höchst unwahrscheinlichen Fall, dass Kuwait Airways die Gegenklage gewinnen sollte, werde man die derzeit ruhenden Flugverbindungen eventuell wieder aufzunehmen. Neben den Flügen in die Metropolen News York und London stellt Kuwait Airways auch die Direktverbindung vom New Yorker Flughafen JFK nach London-Heathrow vorläufig ein.

Der Streit könnte Auswirkungen auf weitere Flugverbindungen haben

Das Emirat erkennt – wie die meisten anderen arabischen Staaten auch – den Staat Israel nicht an. Doch kein arabischer Staat hat seine Vorbehalte gegen Israel bisher so deutlich zum Ausdruck gebracht wie Kuwait. Immerhin werden gleich mehrere Flugverbindungen in wichtige westliche Metropolen eingestellt, nur, um keine Israelis befördern zu müssen. Ein ziemlich hoher Preis, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch das internationale Ansehen der kuwaitischen Airline und Kuwaits insgesamt wird in Mitleidenschaft gezogen.
Zudem könnte sich der Streit auch auf andere Flugverbindungen auswirken, die die USA mit islamischen Staaten unterhält. So boykottieren bereits jetzt beispielsweise Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Israel im Flugverkehr. Allerdings betonen die beiden großen VAE-Airlines Etihad und Emirates, dass sie durchaus israelische Flugpassagiere befördern – allerdings nur in Staaten, in die sie auch einreisen dürfen.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News | 0 Kommentare