Flughafen Frankfurt: Billigflieger im Anflug

Foto: Der isländische Lowcoster WOW Air startet ab Juni am Flughafen Frankfurt. ©Wow AirDer Flughafen Frankfurt wurde bisher von Billigfliegern gemieden – zu teuer. Das soll sich nun ändern, durch die neue Landebahn ist genügend Kapazität vorhanden. Nach der spanischen Vueling startet ab Juni auch die isländische Wow Air am Frankfurter Airport.

Wichtigstes deutsches Drehkreuz öffnet sich für Billigflieger

Der Frankfurter Flughafen war bisher immer zu teuer für Billigflieger. Doch nun plant Fraport-Chef Stefan Schulte das zu ändern und den Airport für Lowcoster zu öffnen. Immerhin wären sie wegen ihrer großen Beliebtheit bei sparsamen Passagieren eine gute Einnahmequelle für Deutschlands größten Flughafen. Bisher hatten hohe Gebühren, viele Umsteiger und lange Wege immer dafür gesorgt, dass sich die Billigflieger ferngehalten haben und auch beim Betreiber Fraport die preiswerten Direktverbindungen der Lowcoster nicht sonderlich gern gesehen waren. „Low-Cost wird auch in Frankfurt eine stärkere Rolle spielen, weil sich der Markt so entwickelt“, sagte Schulte gegenüber der Börsen-Zeitung. „Man kann nicht dauerhaft an einem Marktsegment vorbeigehen, das heute von den Kunden erwartet wird.“ Sonderkonditionen für Billigflieger schloss er jedoch aus. Allerdings könne man den Lowcost-Airlines bei den Abfertigungszeiten am Boden entgegenkommen.

WOW und Vueling sind bereits in Frankfurt

Bisher fliegt am von Lufthansa dominierten Frankfurter Flughafen nur die spanische Billigfluglinie Vueling, die zur IAG-Gruppe um British Airways gehört. Im Juni soll sich noch der isländische Lowcoster WOW hinzugesellen und dann Flüge nach Nordamerika via Reykjavik anbieten. EasyJet und weitere Billigflieger zeigen Fraport zufolge ebenfalls Interesse am Frankfurter Airport zu starten und zu landen. Der Airport könnte sich mit dem nach wie vor boomenden Billigsegment ein relativ starkes Wachstum sichern und zugleich die Kapazität sinnvoll nutzen, die durch die neue Landebahn zur Verfügung steht.

Schulte zufolge rechne Fraport in Frankfurt mittelfristig mit einem Passagierwachstum von zwei bis drei Prozent. Das hänge aber auch von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Europa ab, so der Unternehmenschef weiter. Zufriedenstellende Zuwachsraten seien nur an Flughäfen zu erwarten, die sich speziell für Billigflieger öffneten – eine Entwicklung, die sich europaweit an immer mehr Großflughäfen bemerkbar macht.

Eurowings hat Frankfurt aktuell nicht im Visier

Eurowings, die Billig-Tochter der Lufthansa, ist bisher noch nicht an den Kranich-Drehkreuzen Frankfurt und München präsent. Hier hat nach wie vor die Mutter das Sagen. Vermutlich aber nicht mehr lange: Lufthansa-Chef Carsten Spohr verkündete kürzlich, dass die Billigmarke Eurowings am Lufthansa-Drehkreuz München München 2017/2018 an den Start gehen könnte.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Flughafen Infos | 0 Kommentare