Erdogan „säubert“ auch Turkish Airlines

Foto: Turkish Airlines entlässt nach Putschversuch 211 MitarbeiterTurkish Airlines bleibt von der Säuberungsaktion in der Türkei nach dem gescheiterten Putsch nicht verschont. Die türkische Staatsairline feuert 211 Mitarbeiter – angeblich wegen schlechter Leistungen.

Turkish Airlines entlässt mehr als 200 Mitarbeiter

Die teilstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines hat nach dem Putschversuch 211 Mitarbeiter wegen Verbindungen zur Gülen-Bewegung sowie wegen schlechter Leistungen und Ineffizienzen gefeuert. Zudem stünden deren Ansichten und Verhalten nicht im Einklang mit den Interessen des Landes und des Unternehmens, das sich zu 49 Prozent unter staatlicher Kontrolle befindet. Von den Entlassungen sind neben Flugbegleitern auch Mitarbeiter der Verwaltung und des Managements der viertgrößten europäischen Fluglinien betroffen. Medienberichten zufolge könnten sich unter den Entlassenen auch Turkish-Airlines-Finanzvorstand Coskun Kilic und die für Anlegerbeziehungen verantwortliche Managerin Duygu Inceöz befinden.

Die Gülen-Bewegung wurde von Staatschef Recep Tayyip Erdogan als Verantwortliche für den Militärputsch ausgemacht – der türkische Präsident geht deshalb massiv gegen mutmaßliche Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen vor.

60.000 Entlassungen seit dem Putschversuch

Nicht nur die erst kürzlich wieder von Skytrax hoch bewertete Star-Alliance-Airline, sondern auch andere türkische Unternehmen sind von der Entlassungswelle nach dem gescheiterten Putsch betroffen. So sind beim Festnetzbetreiber Türk Telekom, an dem der türkische Staat 30 Prozent hält, 198 Mitarbeiter entlassen sowie einige Manager verhört worden. Seit dem Putschversuch des Militärs am 15. Juli bereits mehr als 60.000 Soldaten, Polizisten, Richter, Lehrer und Beamte gefeuert bzw. festgenommen, denunziert und überwacht.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News | 0 Kommentare