Empörung über United Airlines wegen Rassismus an Bord

Foto Auf einem Flug von United Airlines wurde einer Muslimin eine ungeöffnete Getränke-Dose verweigertUnited Airlines steht in der Kritik, weil ein Crew-Mitglied der US-Fluggesellschaft einer Muslimin auf einem Inlandsflug eine Dose Cola verweigert haben soll.

Sind geschlossene Cola-Dosen Waffen?

United Airlines soll der 31-jährigen muslimischen Passagierin Tahera Ahmad an Bord einer Maschine ihres Airline-Partners Shuttle America auf dem Weg von Chicago nach Washington eine ungeöffnete Dose Cola verweigert haben. Begründung der Service-Mitarbeiterin: „Uns ist es nicht gestattet, Passagieren ungeöffnete Dosen zu geben, weil sie diese als Waffe benutzen könnten.“ Die junge Frau, die in der Öffentlichkeit Kopftuch trägt, fühlt sich deswegen diskriminiert.

Tahera Ahmad habe eigenen Aussagen zufolge lediglich aus hygienischen Gründen eine ungeöffnete Cola-Dose verlangt. Diese sei ihr jedoch mit der oben genannten Begründung verweigert worden – ihrem Sitznachbar habe die Stewardess jedoch eine ungeöffnete Bierdose ausgehändigt, twitterte die Wissenschaftlerin der Northwestern University Chicago. Erst nach Protesten der jungen Frau habe die Stewardess auch die Bierdose ihres Nachbarn geöffnet.

United Airlines versucht sich in Schadensbegrenzung

Nachdem der Vorfall auf Twitter und in den Medien bekannt wurde, gibt es jetzt massenhaft Kritik sowie erste Boykottaufrufe gegen die Airline. United wertete den Vorfall in einer Mitteilung als „Missverständnis“, was Ahmad jedoch als „Trivialisierung“ des Vorfalls verneint. Aktuell steht in der Diskussion des Vorfalls weniger die Frage im Vordergrund, ob eine ungeöffnete Getränke-Dose als Waffe gilt, sondern dass Ahmad, die an der Northwestern-Universität als Beraterin für Religionsfragen arbeitet, sich vordergründig wegen ihres Glaubens benachteiligt und diskriminiert fühlt. Man habe ihr als Muslimin von vornherein Terror-Absichten unterstellt. Von den anderen Passagieren habe sie keinerlei Unterstützung erhalten. Im Gegenteil, ihr sei blanker Hass entgegengeschlagen. Unabhängige Zeugen für den angeblichen Vorfall an Bord der United-Maschine gibt es bisher nicht. Ahmad verlangte von der Airline bei einem Treffen mit United-Managern, dass die Angestellten der Flugggesellschaft künftig so trainiert würden, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholen könne.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News | 0 Kommentare