Emissionshandel: Geringere Klimaauflagen für Airlines?

Foto Beim Emissionshandel bleibt vorerst alles beim AltenDie europäischen Fluglinien machen sich Hoffnungen, dass der Emissionshandel im Luftverkehr gekippt wird. Derzeit müssen die Airlines für innereuropäische Flüge Zertifikate kaufen. Flüge in Drittstaaten sind ausgenommen. Wie geht es nach 2018 weiter?

Ausnahmeregelung läuft 2018 aus

Die europäischen Fluggesellschaften sind gegen die 2008 beschlossene Einbeziehung des Luftverkehrs in den EU-Emissionshandel. Sie müssen anders als die Konkurrenz der restlichen Welt für den CO2-Ausstoß zahlen und sehen darin eine Benachteiligung im Wettbewerb. Als sich im Herbst nach jahrelangem Streit sämtliche Luftfahrtnationen auf ein Abkommen zur Begrenzung der CO2-Emissionen im Luftverkehr verständigt hatten, sahen sie berechtigte Chancen, den Emissionshandel für innereuropäische Flüge zu beenden, weil dann alle großen Airlines weltweit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten müssten. Bisher sind Flüge in Drittstaaten nach der Weigerung großer Länder wie China, Russland und den USA ausgenommen. Diese Ausnahmeregelung läuft 2018 aus und die Kommission muss sich äußern, wie künftig verfahren werden soll.

EU-Kommission hält an ETS fest

Nun hat die Brüsseler Behörde am 3. Februar 2017 einen Gesetzesvorschlag unterbreitet. Demnach wird die Europäische Union auch in den kommenden Jahren nur innereuropäische Flüge in ihr Emissionshandelssystem (ETS) einbeziehen und die bereits gesetzlich fest gelegte Ausdehnung auf alle Flüge mit Start- oder Zielpunkt Europa noch mindestens vier weitere Jahre aussetzen.

Mit dem Entwurf reagiert die Kommission auf die Entscheidung der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ICAO vom Oktober 2016: Die Luftfahrt wird auf globaler Ebene einem marktbasierten Mechanismus unterworfen, mit dem die Emissionen auf das Niveau von 2020 eingefroren werden. Danach soll entschieden werden, ob das ETS auf alle Flüge mit Start- und Zielpunkt Europa ausgedehnt wird. Zwischen 2021 und 2027 stellt es die ICAO-Vereinbarung den Staaten frei, sich daran zu beteiligen. Ausgenommen sind generell gering entwickelte Länder, deren Flugaufkommen und somit ihr Anteil an der Luftverschmutzung durch Flugzeugabgase  nicht ins Gewicht fällt.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News, Die Flugwelt A - Z | 0 Kommentare