Air Berlin: Stefan Pichler geht von Bord

Foto Bei Air Berlin checkt am 1. Februar 2017 ein neuer SEO einAuch Stefan Pichler hat Air Berlin nicht profitabel gemacht und muss nun von Bord gehen. Neuer CEO von Air Berlin wird der Lufthansa-Mann Thomas Winkelmann. Er ist derzeit für das Lufthansa-Drehkreuz München verantwortlich.

Chefwechsel: Thomas Winkelmann ersetzt Stefan Pichler

Air Berlin-CEO Stefan Pichler tritt am 31. Januar 2017 zurück, sein Nachfolger wird am 1. Februar 2017 Ex-Germanwings-Chef Thomas Winkelmann, der seit etwa einem Jahr für das LH-Drehkreuz am Münchner Airport als Koordinator zuständig ist.

Nachdem die Dreiteilung von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft nahezu besiegelt ist, muss jetzt auch Stefan Pichler Abschied nehmen. Er leitet Air Berlin seit Februar 2015. Mit Pichler an der Spitze sollte Air Berlin wieder in die schwarzen Zahlen fliegen und die kriselnde Airline neu strukturiert werden. Gelungen ist ihm das nicht: Neben der neuen Air Berlin mit eingeschränktem Streckennetz entsteht nun zwar ein neuer Ferienflieger aus der Tochtergesellschaft Niki und TUIfly. Zudem least Lufthansa für ihre Marken Eurowings und Austrian Airlines 38 Air-Berlin-Jets komplett mit Personal – aber mit Stefan Pichler hatte all das in jüngster Zeit nur noch am Rande zu tun. Zudem soll das Verhältnis Pichlers zu James Hogan, Vorstandsvorsitzender von Großaktionär Etihad, schon länger nicht besonders innig gewesen sein. Laut Air Berlin geht Pichler auf eigenen Wunsch und will seinen Lebensmittelpunkt wieder nach Australien verlegen.

Air Berlin: Nettoverschuldung zuletzt 1,1 Milliarden Euro

Der bisherige Lufthansa-Manager Thomas Winkelmann wird seinen neuen Job am 1. Februar 2017 antreten und will die unter Pichler begonnene Restrukturierung des Unternehmens weiter fortsetzen. Er ist bereits der vierte neue Vorstandschef der Air Berlin innerhalb von fünf Jahren. Der neue Chef von Air Berlin bringt die nötige Expertise mit und vor allem ist der 57-Jährige wegen seiner Lufthansa-Vergangenheit auch für Etihad der richtige Mann – er soll die verbleibende Air Berlin näher an die Lufthansa heranführen und verhindern, dass Billiganbieter wie Ryanair oder Easyjet in die Lücken springen, die Air Berlin im Ernstfall hinterlassen würde.

Pichler hinterlässt einen riesigen Schuldenberg. Los ging der Sinkflug der Air Berlin im Sommer 2016 – damals flog die Berliner Airline erstmals im Sommerquartal defizitär. Oder anders gesagt: Die Flüge in der Ferienzeit konnten die Defizite des Gesamtjahres erstmals nicht ausgleichen. Auch das Sanierungskonzept von Stefan Pichler überzeugte Etihad wegen zu hoher Kosten nicht: Pichler wollte die Flotte verkleinern und sich aus bestehenden Leasingverträgen herauskaufen. Nun geht Pichler von Bord der finanziell angeschlagenen Airline bevor die Restrukturierung zum Sommerflugplan eventuell Früchte trägt.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Airline News | 0 Kommentare