Was geschieht mit den unerlaubten Gegenständen im Handgepäck?

Foto Auch Kosmetika fallen ab einer bestimmten Menge unter das FlüssigkeitsverbotJede Airline hat eindeutige Handgepäck-Vorschriften und die Liste unerlaubter Gegenstände unterscheidet sich bei den Fluggesellschaften nur marginal. Doch was geschieht mit den beim Sicherheitscheck beschlagnahmten gefährlichen Gegenständen?

Waffen, Kosmetik, Taschenmesser …

Waffen und andere Gegenstände, mit denen man jemanden verletzen könnte, dürfen nicht im Handgepäck mit in den Flieger genommen werden. Auch Flüssigkeiten aller Art – Medikamente und Babynahrung ausgenommen – darf man nicht in unbegrenzter Menge im Handgepäck mit an Bord bringen. Erlaubt sind nur kleine Flüssigkeitsmengen bis zu 100 Milliliter, wenn die Menge insgesamt einen Liter nicht überschreitet und die kleinen Behälter in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel transportiert werden. Auch Cremes, Gels, Parfüms und Shampoos fallen unter die bereits seit zehn Jahren gültigen und immer mal wieder leicht modifizierten Flüssigkeitsregelungen. Jeder Passagier hat sich mittlerweile daran gewöhnt und packt sein Handgepäck entsprechend der Vorschriften, so dass es beim Security Check bei den meisten Passagieren nichts zu beanstanden gibt.

Spende dein Pfand

Doch manchmal hat sich – zumeist unbeabsichtigt – eben doch ein unerlaubter Gegenstand ins Handgepäck geschlichen und das Sicherheitspersonal findet ihn beim Durchleuchten. Was nun? Für Getränke, die man nicht rechtzeitig vor dem Sicherheitscheck „geschafft“ hat, stehen an den meisten Airports bereits vor dem Eingang zum Sicherheitsbereich entsprechende Container bereit und „erinnern“ die Passagiere auf diese Weise zumindest an die Flüssigkeitsregelungen. Einige Flughäfen, wie beispielsweise der in Köln/Bonn, sammeln sogar die Pfandflaschen in einem gesonderten Behälter und spenden den Erlös der Sammelaktion „Spende Dein Pfand“ für einen guten Zweck. Andere verbotene Gegenstände, wie Kosmetika mit mehr als 100 ml Inhalt, Taschenmesser, Scheren oder Gasfeuerzeuge werden in gesonderten Behältern gesammelt und meist vernichtet.

Wer verbotene Gegenstände mit einem großen materiellen oder ideellen Wert abgeben muss, hat auch die Möglichkeit, diesen nach der Rückkehr am Flughafen wieder abzuholen. Für die Aufbewahrung wird jedoch eine Gebühr fällig, die am Flughafen Frankfurt beispielsweise vier Euro beträgt. Auch die Zusendung des beanstandeten Gegenstandes an die Heimatadresse ist möglich, sofern kein Versandverbot dafür besteht. Alles, was innerhalb eines Vierteljahres nicht im Fundbüro des Airports abgeholt wird, wird entsorgt.

Verstöße gegen das Waffengesetz oder das Luftsicherheitsgesetz

Bei besonders gravierenden Verstößen gegen geltende Gesetze und Regelungen wird sogar die Bundespolizei eingeschaltet. Das passiert dann, wenn sich am Sicherheitscheck herausstellt, dass ein Passagier Reizgas, Jagdmunition oder ähnliches im Handgepäck mitführt. In solch einem Fall nehmen die Beamten die Personalien des Passagiers auf, unterziehen ihn einer kurzen Befragung und beschlagnahmen den gefährlichen Gegenstand.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Die Flugwelt A - Z | 0 Kommentare