Von Elefantenhaar bis Schimmelkäse – Was muss durch den Zoll?

Der Fluege-Lotse informiert: Die Welt des Fliegens von A bis Z:
Etwas zu verzollen?

Bild ElefantDas Korallenarmband aus der Südsee oder der Kaviar aus Russland? Lieber nicht! Viele Waren unterliegen bei der Einreise strengen Verboten und Beschränkungen, etwa aus Gründen des Artenschutzes oder wegen drohender Seuchen.

Der Fluege-Lotse erklärt in dieser Woche, welche Souvenirs Sie bedenkenlos nach Deutschland mitbringen können, welche Freimengen für die Einfuhr bestimmter Waren gelten und von welchen Dingen Sie auf jeden Fall die Finger lassen sollten.

Reisen innerhalb der EU

Innerhalb der 27 EU-Staaten herrscht Zollfreiheit. Das heißt, Waren, die für den persönlichen Ge- oder Verbrauch bestimmt sind, können problemlos mitgeführt werden. Ausgenommen ist lediglich die Schweiz, da diese nach wie vor nicht zur Europäischen Union gehört, sowie einige Sondergebiete, wie beispielsweise die Kanarischen Inseln. Bei sogenannten „verbrauchsteuerpflichtigen Waren“ wie zum Beispiel Zigaretten und Alkohol sind jedoch bestimmte „Reisefreigrenzen“ zu beachten, die nicht überschritten werden dürfen:

Zigaretten – max. 800 Stück
Zigarillos – max. 400 Stück
Zigarren – max. 200 Stück
Rauchtabak – max. 1kg
Sprituosen – max. 10 Liter
Likörwein, Wermut – max. 20 Liter
Wein – max. 90 Liter (davon max. 60 Liter Schaumwein)
Bier – max. 110 Liter
Kaffee – max.10 kg

Überschreitet man diese Mengen, wird bei der Zollkontrolle eine „Einfuhrabgabe“ fällig. Wählen Sie beim Verlassen des Flughafens den roten Ausgang und melden Sie ihre Waren bei dem Zollbeamten mündlich an. Dieser berechnet dann die anfallende Einfuhrabgabe aufgrund des Kaufpreises. Falls Sie die Kaufbelege nicht mehr besitzen, wird der Wert der Ware geschätzt. Beträgt dieser weniger als 700 Euro, zahlen Sie in der Regel pauschal 17,5 Prozent des Warenwertes.

Reisen außerhalb der EU

Bei der Einreise aus nichteuropäischen Ländern unterliegen viele mitgeführte Waren strengen Verboten und Beschränkungen. Insbesondere Waren tierischer Herkunft, wie Fleisch, Milch und daraus hergestellte Erzeugnisse (z.B. Käse oder Wurstwaren), sind tabu – zu groß ist die Angst, sie könnten die Schweinepest, die Maul- und Klauenseuche oder die Vogelgrippe übertragen.

Weil viele Urlauber aber allzu gerne Delikatessen aus der Ferne mitbringen, sind seit einigen Jahren an Flughäfen Veterinäre im Einsatz, die verdächtige Koffer nach verbotener Nahrung durchsuchen. So werden allein am Frankfurter Flughafen jährlich 34 Tonnen Lebensmittel im Abfall entsorgt. Auch nach existenzbedrohten Tierarten – lebend, ausgestopft oder „verarbeitet“ – suchen die Fahnder oft erfolgreich. In Frankfurt beschlagnahmten die Zollbeamten im Jahr 2006 7.024 Schlangen, 5.000 Wasserschildkröten und 3.500 Leguane.

Bei diesen Waren riskieren Sie Probleme bei der Ausreise:

Tierische Erzeugnisse – Möchten Sie Käse, Pasteten und Co. Unbedingt mitführen, so müssen Sie ein gültiges Begleitdokument (Gemeinsames Veterinärdokument für die Einfuhr „GVDE“) vorweisen. Ausgenommen sind Erzeugnisse aus Andorra, Liechtenstein, Norwegen, San Marino und der Schweiz, da hier keine Seuchengefahr befürchtet wird.

Kunstwerke wie Antiquitäten, Gemälde oder Sammlerstücke – Es könnte sich um Kulturgüter handeln, die Ausfuhrbeschränkungen oder -verboten unterliegen. Die Regelungen sind in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Informieren Sie sich deshalb vorher beim Zoll in Ihrem Urlaubsland.

Tiere und Pflanzen sowie daraus hergestellte Produkte, die dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) angehören. Darunter fallen zum Beispiel Schnitzereien aus Elfenbein, Korallenschmuck, Gürtel aus Schlangenleder, Schmuckstücke mit Elefantenhaar, viele Kakteenarten, Orchideen oder das Alpenveilchen sowie Lebensmittel wie Kaviar oder Aal-Produkte. Nähere Informationen und die Listen geschützter Arten gibt es beim Bundesamt für Naturschutz.

Lebende Pflanzen – Sie dürfen im Regelfall nur mitgebracht werden, wenn für sie von dem zuständigen Pflanzenschutzdienst im Ursprungsland ein Pflanzengesundheitszeugnis ausgestellt wurde. Es werden allerdings Ausnahmen gemacht werden, wenn Pflanzen ausschließlich privat als Zierpflanzen genutzt werden und sie frei von Krankheiten und Schädlingen sind.

Waffen, die ihrer Form nach geeignet sind, einen anderen Gegenstand vorzutäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs verkleidet sind. Andere Waffen, etwa Macheten, Dolche, Samurai-Schwerter, Bajonette, Schlagstöcke und Degen sind hingegen erlaubt.

Bargeld und Barmittel im Gegenwert von 10.000 Euro oder mehr müssen schriftlich angemeldet werden.

Und natürlich: alle illegalen Substanzen bzw. Waren oder Waren fragwürdiger Herkunft, die in der EU nicht zugelassen sind (z.B. Feuerwerkskörper).

Folgende Waren können Sie bis zu den angegebenen Mengen bedenkenlos mitführen:

Zigaretten – max. 200 Stück
Zigarillos – max. 100 Stück
Zigarren – max. 50 Stück
Rauchtabak – max. 250 Gramm
Sprituosen – max. 1 Liter
Likörwein, Wermut – max. 2 Liter
Wein – max. 4 Liter
Bier – max. 16 Liter
Fisch und Fischereierzeugnisse – max. 20 kg
Lebende Muscheln – max. 2 kg
Sahnebonbons, Schokolade oder Kekse, Honig u.ä. – max. 2 kg
Säuglings- und Spezialnahrung in ungeöffneter Packung -max. 2 kg

Andere Waren, zum Beispiel Kleidung und Kosmetik, dürfen mitgeführt werden, wenn sie einen Warenwert von 300 Euro (430 Euro bei Flugreisen) nicht überschreiten. Bei Reisenden unter 15 Jahren gilt ein Warenwert von 175 Euro.

Sie planen schon jetzt, aus Ihrem nächsten Urlaub in der Türkei einen Teppich mitzubringen? Alles Wissenswerte rund um den Zoll bietet die Homepage des Deutschen Zolls. Hier können Sie sich umfassend über die deutschen Bestimmungen bei der Rückreise erkundigen. Vor Ort helfen Ihnen die Mitarbeiter Ihres Hotels, der Zoll oder die Polizei Ihres Urlaubslandes weiter.

geschrieben von: Co-Pilotin | Die Flugwelt A - Z | 8 Kommentare