Tarifvertrag für Bodenverkehrsdienste: Bisher keine Einigung

Foto Bodenverkehrsdienste AbfertigungDie Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeberseite trafen sich zu ersten Gesprächen. Doch eine Einigung ist bisher nicht in Sicht. Gefordert wird ein bundesweiter Tarifvertrag für die Bodenverkehrsdienste an den deutschen Flughäfen.

Keine Ergebnisse nach erstem Treffen

Der Weg wird wohl noch lang sein und einige Verhandlungen fordern. Der von der Gewerkschaft Verdi geforderte bundesweite Branchentarifvertrag für die Bodenverkehrsdienste steht noch in den Sternen. Verdi hatte sich zu Monatsbeginn mit fast allen Arbeitgebern auf Bundesebene getroffen. Dieses erste Treffen hatte zwar so noch nie stattgefunden, brachte allerdings keinerlei Ergebnisse.
Nun sind ab Januar nächsten Jahres Tarifverhandlungen an allen Standorten geplant. Verdi möchte dabei über die einzelnen Arbeitsbedingungen verhandeln. So sollen beispielsweise gleiche Standards für die Bezahlung ausgehandelt werden und gleiche Bedingungen für Urlaubstage und Urlaubsgeld geschaffen werden. Schon im Juni gab es an verschiedenen deutschen Flughäfen Proteste von Mitarbeitern der Bodenverkehrsdienste gegen die mangelhaften Arbeitsbedingungen.

Arbeitsbedingungen immer schlechter

Laut Verdi gibt es allen Grund für Verhandlungen. Denn durch mehrere Spaltungen, Ausgründungen, Absenkungen und Unterbietungswettbewerbe hätten sich die Arbeitsbedingungen in den letzten zehn Jahren stark verschlechtert. Das äußert sich konkret in dem immer weiter steigenden Wettbewerb der Arbeitgeber um die niedrigsten Löhne. Das hat Auswirkungen auf die Mitarbeiter und lässt ihren Unmut steigen. Verdi vertritt den Standpunkt, dass gute Arbeitsbedingungen einen sicheren Flugverkehr gewährleisten. Somit steht das als oberstes Ziel für die Tarifverhandlungen.

Haustarifverträge laufen aus

Der Zeitpunkt für Tarifverhandlungen ist nicht zufällig gewählt. In neun deutschen Flughäfen laufen die Haustarifverträge zum Ende des Jahres aus. Somit möchte Verdi vorbereitet sein und spätestens zu Beginn des Jahres 2017 neue Tarifverträge verhandeln. Betroffen sind unter anderem die Flughäfen Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin, und Halle/Leipzig.

Hintergrund: Bodenverkehrsdienste

Wenn die Bodenverkehrsdienste streiken, dann betrifft das große Teile des Flugverkehrs. Schnell fallen dann hunderte von Flügen aus, da unter anderem das Gepäck der Passagiere nicht abgefertigt wird. Verdi hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Streiks aufgerufen und damit mehrere Flughäfen teilweise lahmgelegt. Somit ist der Streik als Druckmittel für Verhandlungen durchaus präsent. Denn auch sicherheitsrelevante Teile wie die Flughafenfeuerwehr gehören zu den Bodenverkehrsdiensten und können bei Ausfall den Flugverkehr extrem einschränken.

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geschrieben von: Flugbegleiter | Die Flugwelt A - Z | 0 Kommentare