Segelflieger kommt Germania-Jet gefährlich nahe

Foto Segelflieger knapp an Germania A319 vorbeiGroßer Schreck für den Piloten einer Germania Maschine: Knapp über seinem Airbus A319 ist ein Segelflugzeug unterwegs. Beide Flugzeuge sind sich gefährlich nahe, ausgerechnet noch beim Anflug auf den Flughafen Bremen.

Schwere Störung im Luftraum

Wie erst jetzt bekannt wird, hat sich im Mai 2016 eine „schwere Störung“ im Luftraum über Visselhövede ereignet. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat den Untersuchungsbericht jetzt bekanntgegeben. Der Airbus A319 von Germania war gerade im Landeanflug auf Bremen, als der überwachende Copilot der Maschine die Annäherung eines Segelflugzeugs bemerkte. Während die Verkehrsmaschine nach Instrumentenflugregeln flog und die Reisehöhe bereits verlassen hatte, flog der Segelflieger rund 200 Fuß (gut 60 Meter) über und etwa 50 Fuß (gut 15 Meter) nach rechts versetzt nahe dem Germania-Jet. Der Airbus war in diesem Moment bei einer Höhe von 5 900 Fuß (knapp 1 800 Meter) und überquerte Visselhövede. An Bord der Maschine befanden sich 148 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.

Fluglotse übersieht Segelflugzeug

Das Segelflugzeug war in die gleiche Richtung wie die Germania-Maschine unterwegs und strahlte kein Transpondersignal ab. Trotzdem war es auf dem Radar zu sehen. Allerdings übersah der zuständige Fluglotse den Segelflieger. Erst als die Besatzung des Airbus den Vorfall meldete, wurde der 54-jährige Lotse darauf aufmerksam. Hätte er ihn vorher entdeckt, wäre der Routineablauf, der Besatzung der Verkehrsmaschine „Verkehrsinformationen oder Ausweichempfehlungen“ zu erteilen, so der Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

Glücklicherweise ist es nicht zu keiner Kollision gekommen. Nach dem Vorfall landete die Maschine von Germania sicher und ohne Probleme auf dem Flughafen in Bremen. Die Besatzung des Segelfliegers konnte nicht ausfindig gemacht werden. Beruhigend zu wissen: Solche Zwischenfälle sind eher selten, da die Flugüberwachung gut funktioniert und sofort Maßnahmen zur Kollisionsvermeidung einleiten kann. Weil ein solcher Vorfall aber selten ist, gilt dieser Fall bei Experten als „schwere Störung“.

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geschrieben von: Flugbegleiter | Die Flugwelt A - Z | 0 Kommentare