Flug überbucht? Pech gehabt!

Foto Überbuchte Flüge sind keine Seltenheit. Betroffene Passagiere müssen entschädigt oder anderweitig befördert werdenFlugzeuge zu besetzen, das kann doch nicht so schwer sein? Anscheinend schon. Um eine hohe Auslastung zu erreichen, werden die Maschinen gern überbucht. Wer zu spät eincheckt, erhält die Kosten zurück, bei Bedarf einen Ersatzflug und Zusatzleistungen sowie eine Entschädigung angeboten.

Einsatz von Prognoseprogrammen

In der langen Schlange am Flugsteig mag sich der eine oder andere Anstehende fragen, wie denn alle Passagiere in den kleinen Vogel auf der Rollbahn passen sollen. Wenig später wissen sie es: gar nicht! Die Maschine ist schlicht und ergreifend überbucht. Das ist nicht schön, passiert aber trotzdem. Das Interesse der Airlines ist es, die Maschinen bei jedem Flug so voll wie möglich zu bekommen. Prognoseprogramme berechnen die zu erwartenden Passagierzahlen. Die Programme überprüfen die Buchungen und sagen voraus, wie viele noch für den Flug dazu kommen werden.

Mit den vorhandenen Daten kann auch geschätzt werden, wie viele Passagiere ihren Flug nicht antreten werden. In die Prognose, wie voll das Flugzeug sein wird, fließen Faktoren wie Großveranstaltungen, Jahreszeiten oder typische Urlaubszeiten ein. Das Bauchgefühl derer, die mit der Arbeit an den Prognosen beschäftigt sind, findet ebenso Berücksichtigung.

Bei Flügen, die entschädigungslos verfallen, wenn sie nicht angetreten werden, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass die Kunden auf jeden Fall mitfliegen. Bei flexiblen Tarifen mit Umbuchungs- bzw. Stornierungsmöglichkeiten hingegen bleiben gebuchte Plätze erwartungsgemäß häufiger leer. Bei der Lufthansa traten beispielsweise im Jahr 2014 4,7 % der Kunden ihren Flug nicht an.

Was betroffene Passagiere nach einer Überbuchung erwarten können

Freitagabends und Montagmorgens kommt es auf bestimmten, den Fluggesellschaften wohlbekannten Strecken häufiger zu einer Überbuchung. Dies sind die Tage, wo viele von Berufspendler unterwegs sind und flexible Tickets nutzen. Ein Flug mit Urlaubern neigt dagegen weit weniger zu einer Überbuchung. Der Fluggast kann eigentlich nur raten, ob es zu einer Überbuchung kommen könnte. Dann nämlich, wenn der Online Check-in später als sonst öffnet oder bestimmt Flüge zu bestimmten Zielen bevorstehen, wo viele Geschäftsleute unterwegs sind.

Bei der Lufthansa sind die Passagiere im Vorteil, die zuerst eingecheckt haben. Wer „zu spät“ eingecheckt hat, bekommt eine Standby-Bordkarte und hat die Position eines Nachrückers. Sobald eine Überbuchung erkennbar ist, wird häufig ein Ersatzflug angeboten. Darüber hinaus erhalten die Reisenden eine Geldzahlung oder einen Gutschein. Ansonsten besteht noch die Möglichkeit, den Kunden in eine höhere Klasse zu setzen oder ihn bei der Konkurrenz mitfliegen zu lassen. Mit frühzeitigem Einchecken ist man auf der sicheren Seite. Da kann ihm nur doch ein technischer Defekt am Flugzeug dazwischenkommen, der dazu führt, dass ein kleineres Flugzeug den Flug antritt. Rein rechtlich erfüllen die Fluggesellschaften mit einer Ersatzbeförderung ihren Vertrag. Wenn der Kunde diese ablehnt, werden die Kosten des Fluges zurückerstattet. Zusätzlich bekommt er eine Entschädigung. Die Airline zahlt dem Passagier notfalls Zusatzleistungen wie Hotelübernachtungen und Transferkosten.

Im Video sind die wichtigsten Fluggastrechte – unter anderem bei Überbuchung – bei EU-Flügen zusammengefasst:

Quelle: YouTube / airline direct

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geschrieben von: Co-Pilotin | Die Flugwelt A - Z | 0 Kommentare