Der Fluege-Lotse informiert − Die Welt des Fliegens von A bis Z: Menükarten der Airlines
In den Sessel sinken lassen und sofort eine Stärkung? Das war einmal. Heute ist Bordverpflegung nicht mehr selbstverständlich und schon gar nicht immer kostenlos. Generell gilt: Je teurer das Flugticket, umso mehr gibt’s auf dem Tablett.
Auf Kurzstrecken bekommt man ein kostenloses Getränk. Auf dem Mittel- und Langstreckenflug gibt es eine warme Mahlzeit. Bei sehr langen Strecken wird eine weitere Mahlzeit, ein Frühstück oder ein Snack gereicht. Das gilt zumindest für die meisten Fluggesellschaften. Anders Billigairlines, sie lassen sich häufig sogar die Getränke teuer bezahlen. Es gibt aber auch Ausnahmen. Und wer etwas tiefer in die Tasche greift, kann sich über den Wolken sogar mit einem richtigen Sternemenü verwöhnen lassen.
Woher kommt das Essen für den Flieger?
In der Anfangszeit der kommerziellen Luftfahrt flogen noch ein Koch mit, der die Speisen direkt an Bord zubereitete. Diesen Luxus leistet sich als einzige Airline weltweit nur noch Gulf Air. Heute werden die meisten Fluggesellschaften von einer der drei weltgrößten Catering-Firmen LSG Sky Chefs, Gate Gourmet und Sevair beliefert. Diese bereiten das Flugzeugessen schon lange vor Abflug zu. An Bord wird es dann nur noch mit Dampf aufgewärmt oder aufgetaut.
Insgesamt ist die Qualität der Bordverpflegung in den letzten Jahren immer besser geworden. Viele Fluggesellschaften setzen heute sogar auf Spitzengastronomie über den Wolken. Air France, Air Canada, Swiss oder Lot Polish Airlines, sie alle leisteten sich schon den geschmackvollen Rat internationaler Sterneköche.
Sterneküche über den Wolken
Lufthansa startete bereits im Januar 2000 ihr “Star Chef” Programm, für welches Spitzenköche aus aller Welt jeweils einige Monate lang die Menüs in der First- und Business-Class kreieren. Mit dabei waren bereits Sterneköche wie Daniel Boulud, Harald Wohlfahrt oder Kochlegende Paul Bocuse. Derzeit werden auf Langstreckenflügen die Kreationen des österreichischen Spitzenkochs Thomas M. Walkensteiner kredenzt. Da stehen etwa Kaninchenterrine im Baumkuchenmantel mit eingelegten Schalotten und Karotten-Mayonnaise oder Ziegenkäse-Praline mit Rote Bete und Walnußdressing auf der Menü-Karte in der First Class.
Air France vertritt die französische Lebenskunst und serviert in der First Class edle Tropfen zum 3-Gänge-Menü. Die Weinkarte wurde von Olivier Poussier, dem Sommelier-Weltmeister 2000 zusammengestellt. Das Menü kann à la Carte gewählt werden, im Anschluss steht ein Dessertwagen mit Feingebäck, Sorbets und Obst bereit. Zudem gibt es Champagner Cuvée Spéciale, neun erlesene Teesorten und sogar eine Mineralwasserkarte.
Economy und Lowcoster
In der Economy Class wird dagegen der Gürtel seit Jahren enger geschnallt. Zunächst sparten Airlines dort, wo es am wenigesten auffiel. Keine Snacktüte mehr zum Film, kein Joghurt mehr zum Nachtisch. Dann gingen aber auch Traditions-Gesellschaften wie United Airlines oder British Airways dazu über, ganze Mahlzeiten zu streichen. Nur auf Mittel- und Langstreckenflügen wird bei Lufthansa und Co. meist noch ein komplettes Essen serviert.
Die meisten Billigflieger lassen sich den Bordservice prinzipiell bezahlen. Da kostet ein kleines Wasser schnell mal drei und das labberige Sandwich fünf Euro. Eine Ausnahme unter den Lowcostern ist Air Berlin. Bereits auf kurzen Strecken gibt es Getränke und einen kleinen Snack kostenfrei. Auf Mittelstreckenflügen kann man zwischen zwei Sorten Sandwiches wählen oder für 6-10 Euro ein durchaus schmackhaftes Sansibar-Gourmet-Menü bestellen. Spezialessen gibt es, wie bei den meisten Airlines, nur auf Langstrecken.
Spezialmenüs: oft gesünder
Was kaum jemand weiß: Fast alle Airlines bieten vor allem auf Langstreckenflügen kostenlos Spezialmenüs an. Dazu gehören z.B. vegetarische Gerichte und Diabetikerspeisen, Allegiker-, Diät-, Baby-, Veganerkost oder nach religiösen Vorschriften zuebreitete Mahlzeiten. Der Vorteil: Sie sind oft gesünder als das normale Bordessen. Man solte aber nicht vergessen die Mahlzeit online vorzubestellen, je nach Fluggesellschaft 24 bis 72 Stunden vor Abflug.
Wo isst man am besten?
Die vielfach ausgezeichnete Emirates ist zu Recht bekannt für ihre ausgezeichente Bordverpflegung. Auf längeren Flügen wird dem Gast auch in der Economy Class ein Drei-Gänge-Menü serviert. Emirates hat ein eigenes Flight Catering Centre in Dubai. Bei Abflügen in Dubai wird das Essen dort frisch zubereitet und dann an Bord erwärmt. Auch bei SriLankan Airlines erhält jeder Fluggast ein leckeres Essen. Auf Kurzstrecken werden Pizza und heißes Blätterteiggebäck serviert. Auf Langstrecken in der Economy Class hat der Fluggast die Wahl zwischen drei Hauptgerichten – darunter ein europäisches, ein indisches und ein sri-lankisches.
Im Zweifelsfall kann man seinen Snack für zwischendurch gerade bei kürzeren Flügen auch selbst mitbringen. Das ist auf alle Fälle billiger, als an Bord teuer bestellen zu müssen, wenn der Hunger ruft. Verboten ist nur der Konsum mitgebrachter alkoholischer Getränke.
19. Oktober 2009 um 12:05
[...] mit inbegriffen. Fragt sich nur noch ob Sie Glück mit der Boardküche haben. Denn wie ich hier gelesen habe gibt es da himmelweite Unterschiede. Ob und wie fair der Urlaubstausch ist hängt [...]