Deutsche Flugsicherung: Auch ohne Streik mehr Lohn

Bild Fluglotsen einigen sich mit DFSDie Angestellten der Deutschen Flugsicherungen bekommen fortan einen höheren Lohn. Die Gehaltserhöhung gilt rückwirkend ab Jahresbeginn 2014 und basiert auf einem Tarifvertrag, der jetzt besiegelt werden konnte.

Es sind etwa 6.000 Beschäftigte bei der Deutschen Flugsicherung (DFS), die Grund zur Freude haben. Rückwirkend zum 1. Januar erhält jeder einzelne 1,8 Prozent mehr Gehalt. Allerdings gilt der neue Tarif nur für zwölf Monate bis zum Jahresende. Auf diese Laufzeit hatte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) bestanden. Die Tariferhöhung dient der Gehaltssicherung sowie ökonomischen Veränderungen.

Fluglotsenstreik spielt kaum eine Rolle

Während die Piloten der Lufthansa für mehr Lohn, nämlich zehn Prozent, und vor allem für die Übergangsversorgung in den Ruhestand streiken, steht der Fluglotsenstreik zu Jahresbeginn nicht im Zusammenhang mit der Lohnerhöhung bei der Deutschen Flugsicherung. Dieser stand vielmehr im Zeichen des europäischen Fluglotsenstreik, mit dem gegen die von der EU geplante Liberalisierung des Luftraums protestiert wurde. Die 28 nationalen Flugsicherungen fürchten, die Liberalisierung könne sie ihren Job kosten. Die Streiks, die Ende Januar in ganz Europa ausgetragen wurden, haben höchsten minimal Einfluss auf die Tariferhöhung. Man hat gezeigt, wie groß die Abhängigkeiten sind.

Lufthansa hofft auf Einigung mit Piloten

Wie groß die Abhängigkeiten zwischen Lufthansa und ihren Piloten ist, das will derzeit auch die Vereinigung Cockpit demonstrieren bzw. ausnutzen. Ist es eigentlich denkbar, dass ohne die Piloten nicht viel in die Luft geht; verlief der Streik bei der Lufthansa bislang aber recht glimpflich. Zwar mussten 3.800 Flüge ausfallen, aber das befürchtete Chaos blieb aufgrund des hervorragenden Informations-Managements bislang aus. Ob den Piloten aus Angst vor einem Imageschaden und weiterer Lähmung der Lufthansa aber dennoch eine Gehaltserhöhung bevorsteht, bleibt abzuwarten.

Lufthansa fürchtet um Wettbewerbsfähigkeit

Zur Veranschaulichung der wachsenden Personalkosten: Die Eröffnungsforderung von zehn Prozent mehr Lohn kommt bei 5.400 streikenden Piloten finanziell einer Neueinstellung von 540 Lufthansa-Piloten gleich. Der Airline sind die Löhne und Versorgungsgelder aber bereits jetzt eine schwere Last im internationalen Wettkampf. Die Lufthansa fürchtet das Risiko einer Existenzkrise. Gezwungener Maßen äußert sich Lufthansa aber auch weiterhin zu Gesprächen bereit und hofft auf eine schnelle Einigung mit der Gewerkschaft. Grundlage müssten jedoch akzeptable Kompromisse sein, sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Christoph Franz. Zehn Prozent sind dem Kranich-Boss dabei aber sicher nicht im Sinn.

Tags: , ,

geschrieben von: Co-Pilotin | Die Flugwelt A - Z | 0 Kommentare