Deutlich teurere Flugtickets durch Luftverkehrssteuer

LuftverkehrssteuerDas Bundesfinanzministerium hat vor, ab 2011 eine Luftverkehrssteuer auf Kurz- und Langstrecken einzuführen. Flugtickets in Deutschland könnten damit vom kommenden Jahr an um bis zu 26 EUR (Langstrecke) teurer werden. Für kürzere Distanzen in Europa und nach Nordafrika sollen 13 EUR pro Passagier erhoben werden.

Die neue Luftverkehrssteuer soll ab kommendem Jahr eine Milliarde EUR in die klammen Kassen des Bundes spülen. Das entspricht den jährlichen Gesamteinnahmen der Branche in Deutschland. Das Finanzministerium spricht jedoch von einer maßvollen Steuer. „Auch der Flugverkehr soll in die Mobilitätsbesteuerung einbezogen werden, um Anreize für umweltgerechteres Verhalten zu setzen“, war zu hören.

Das Vorhaben löste heftige Proteste aus. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sieht die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Fluggesellschaften gefährdet. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sagte: „Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist die Abgabe eine einzige Katastrophe.” Germanwings hatte mit einer Abwanderung in die Niederlande gedroht. Der Weltluftfahrtverband IATA kritisierte die Pläne als „kurzsichtige und unverantwortliche Politik übelster Art”. Der Flughafenverband ADV befürchtet einen Rückgang der Passagierzahlen und sieht Arbeitsplätze in Gefahr.

Mit einer Steuer von je 13 EUR sollen Flüge in alle EU-Staaten sowie nach Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz belegt werden. In gleicher Weise soll bei Flugreisen in die die Balkanstaaten, auf die Kanalinseln sowie nach Albanien, Algerien, Libyen, Marokko, Russland, Tunesien, die Türkei, die Ukraine, nach Weißrussland sowie in die Republik Moldau vorgegangen werden. 26 EUR werden auf der Langstrecke pro Passagier fällig. Passagiere, die in Deutschland umsteigen und keine längeren Zwischenstopps einlegen, werden von der Steuer befreit. Befreit werden sollen auch Kinder unter zwei Jahren, wenn sie keinen eigenen Sitzplatz beanspruchen. Falls Fluggäste infolge nicht von ihnen verschuldeter Umstände zum Ausgangsflugplatz zurückkehren müssen oder einen anderen inländischen Flugplatz anfliegen, wird der erneute Abflug nicht besteuert. Auch die Besatzung wird ausgenommen.

Im Gesetzentwurf heißt es, dass davon auszugehen sei, dass die Luftverkehrsabgabe auf die Ticketpreise aufgeschlagen werde. Von 2012 an könne die Steuer allerdings wieder gesenkt werden, da dann der Luftverkehr in den Handel mit Verschmutzungsrechten (CO2-Emissionshandel) einbezogen werden soll und der Bund Erlöse aus der Versteigerung von Emissions-Handelszertifikaten erzielt.

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geschrieben von: Co-Pilotin | Die Flugwelt A - Z | 4 Kommentare